Deutschland befindet sich im Fußballrausch. Die Kommentatoren und Experten im In- und Ausland reiben sich nach dem furiosen Einzug ins Viertelfinale verwundert die Augen, weil deutscher Fußball made in USA plötzlich Spaß macht.
Dem Team von Jürgen Klinsmann ist der Sprung in die Moderne gelungen - und der Satz ist so gewaltig, daß sich schon von einer Neugründung des deutschen Fußballs sprechen läßt. DFB-Präsident Zwanziger erteilt der Philosophie des Bundestrainers aus Huntington Beach für die Zukunft seinen Segen - und Manager Bierhoff mahnt die Bundesliga, endlich aus ihrem „Dornröschenschlaf“ zu erwachen, ohne damit einen Sturm der Entrüstung zu entfachen. Die Zeiten haben sich geändert.
Die Deutungshoheit der alten Fußballmächte, die sich zwei Jahre lang gegen Veränderungen wehrten, schwindet in diesen Tagen von Spiel zu Spiel. Wäre es aber nach dem reformresistenten Kräften gegangen, die den Bundestrainer für amerikanische Fitnesstrainer, einen Spielbeobachter aus der Schweiz und einen deutschen Psychologen kritisierten, befände sich der deutsche Fußball noch in seiner geschlossenen Welt. Die Aufbruchsstimmung wirft daher auch die Frage auf, wie es um die Bereitschaft der Kritiker steht, aus eigenen Fehlern und Fehleinschätzungen Konsequenzen zu ziehen. Oder, anders ausgedrückt: Was kann Fußball-Deutschland wirklich von Klinsmann lernen?
Ja
Markus Leuchs (pernell)
- 27.06.2006, 13:40 Uhr
komma aber
Francis Million (dirkbloecher)
- 27.06.2006, 16:29 Uhr
Es macht Spaß zuzusehen!
Bernd Hagemann (Hagber)
- 27.06.2006, 20:06 Uhr
