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Der WM-Muffel WM-Brot oder Fair-play-Brot?

16.06.2006 ·  Beim Bäcker kann ich mich in diesen Tagen nur blamieren. Die unverfängliche Bestellung „vier normale Brötchen“ provozierte auf der anderen Seite der Ladentheke eine Ergänzung, die einer Richtigstellung gleichkam: „Also die Viererkette zu 89 Cent.“

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Beim Bäcker kann ich mich in diesen Tagen nur blamieren. Kaum hatte ich die Frage nach dem Drei-Korn-Brot ausgesprochen, kam die Rückfrage: „Meinen Sie das WM-Brot oder das Fair-play-Brot? Fair play haben wir im Angebot.“ Man will ja nicht unfair sein und schon gar nicht unwissend. „Fair play, bitte schön.“

Die unverfängliche Bestellung „vier normale Brötchen“ provozierte auf der anderen Seite der Ladentheke eine Ergänzung, die einer Richtigstellung gleichkam: „Also die Viererkette zu 89 Cent.“ Da habe ich aus taktischen Gründen auf die Dreierkette umgestellt, einfach so, aus lauter Widerspruchsgeist.

„Torwickel“ und „Rasenschnitte“

Ein riskanter Schachzug, denn dafür gab's drei süße Teilchen: Nougat-Croissant, Vanille-Plunder und Mohn-Plunder. „Darf es auch ein Amerikaner sein?“ flötete es honigsüß. Der kommt in diesen Tagen leicht verfremdet auf der Unterseite mit Zuckerstreuseln in Schwarz-Rot-Gold daher. Nein, dreimal nein und auch nicht die „Rasenschnitte“ für das Kaffeekränzchen der Damen vom Literaturklub meiner Frau. Die stehen nicht auf Fußball; ich schon, aber nicht beim Bäcker.

Ich bin, weil mir dort die Worte fehlen, zum frühkindlichen Zeigestadium übergegangen. Das hätte sich neulich auch beim Metzger bewährt. Aus Krautwickeln sind „Torwickel“ geworden. Ich habe den Chef gemustert, als hätte er gerade ein Eigentor geschossen und mich ins Abseits gestellt. Er konnte ja nicht ahnen, daß ich just vom Bäcker kam.

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