03.07.2006 · Die Weltmeisterschaft macht's möglich: eine Million Flugscheine spendiert die Billig-Airline, die aus dem Frankfurter Distanzvorort Hahn abzuheben pflegt. Das klingt toll. Nur - die Sache hat einen Haken.
Die Weltmeisterschaft macht's möglich: eine Million Flugscheine spendiert die Billig-Airline, die aus dem Frankfurter Distanzvorort Hahn abzuheben pflegt. Das klingt toll. Nur - die Sache hat einen Haken: Deutschland muß Fußball-Weltmeister werden.
Kann schon sein, das der Carrier aus Irland derartiges für gänzlich ausgeschlossen hält und daher locker vollmundige Versprechungen macht. Und jetzt, angesichts deutscher Spielstärke und des deutsch-italienischen Halbfinales heute abend, vielleicht ein wenig erschrickt. Recht so. Aber bleiben wir vorläufig doch einmal lieber auf dem Boden und genießen die Fifa und ihre Monstershow. Ohne sie scheint nichts mehr zu laufen.
Der Stau kommt zurück
Auf der A66 beispielsweise: Da läuft der Verkehr seit Beginn der Titelkämpfe neuerdings zwischen Frankfurt und Wiesbaden erstaunlich flüssig. Warum? Weil Weltmeisterschaft ist, natürlich. Die meisten Baustellen sind abgebaut, sechsspurig geht's zwischen der Metropole und der Hauptstadt zügig voran. Aber auch diese Geschichte hat einen Haken: Der Verkehrsfluß wird wieder ins Stocken kommen - wenn die WM vorbei ist.
Und darauf kann man sich verlassen: Der Stau kommt zurück, sobald das WM-Endspiel abgepfiffen ist. Und das Schlimme daran ist: Die Baustellen werden auch dann wieder aufgebaut, wenn Deutschland Weltmeister wird. Gnadenlos. Die Welt verabschiedet sich von ihren Freunden und fährt nach Hause - und die Alleinegelassenen stecken wieder fest. Einfach wegfliegen mit einem WM-Gratis-Ticket ist auch keine Lösung. Denn der Weg zum Flugplatz im Hunsrück führt wo entlang? Über die A66. Und da ist sowieso bald wieder Stau.