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Der WM-Muffel „...und dann macht es bumm“

23.06.2006 ·  Ein Muffel zu sein, das geht nicht eben mal für vier WM-Wochen. Nein, Miesepetrigkeit ist eine Lebensform. Bei Fußball und Musik setzt der Miesepeter dem Ole-Ohje-Dudel-Gedödel seine eigene Muffel-Hitparade entgegen.

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Ein Muffel zu sein, das geht nicht eben mal von heute auf morgen und für vier WM-Wochen. Nein, Miesepetrigkeit ist eine Lebensform. Sie erfordert einen angeborenen Sinn für Humorlosigkeit. Alles toll finden, das schafft jeder, aber alles blöd zu finden, das erfordert Charakter. Und doof ist natürlich alles, was Spaß macht; am döfsten aber ist, wenn zwei spaßige Dinge zusammenkommen. Zum Beispiel Fußball und Musik. Da muckt der Miesepeter auf und setzt dem Ole-Ohje-Dudel-Gedödel gleich seine eigene Muffel-Hitparade entgegen.

Platz 1: „Zeit, daß sich nix mehr dreht“, von Hans-Herbert (“Berti“) Grölemeyer. Von einem Bochumer gebrummte Aufforderung an alle Fernsehfußballhamster, die unaufhörlich in ihrem WM-Rad rumrennen und gar nicht merken, daß ihr Wohnzimmer ein Käfig ist.

Platz 2: „Football's going home“, von irgendwelchen Engländern. Der Ball gehört endlich wieder dahin, wo er herkommt: auf die Insel, die angeblich das Mutterland von Vatis Lieblingssport ist. Der Refrain ist auch für Mutti zum Mitsingen: „Football's going home. We send it home, we send it home“ etc.

Platz 3: „Wie? Wa? Colonia!“, von den Unverbesserlichen. Schunkellied kölscher Tribünen-Karnevalisten, denen es piepegal ist, wer in dem schönsten Stadion der Welt, das in der schönsten Stadt der Welt steht, gerade spielt, wenn nicht der beste schlechteste Klub der Welt (“der Effzeh!“) gerade auf dem grünsten Rasen der Welt kickt.

Platz 4: „Schlaff' Generation“ vom Hosenlosen Löwen. Für alle Fußballpartylöwen das ultimative Fußballpartylied, mit anderen Worten: das allerletzte.

Platz 5: „'54, '74, '90, 2006“ von den Sportfreunden Stiller. Mit dem Lied muß man nicht abrechnen, es reicht, wenn man alles zusammenzählt. Die Gesamtsumme lautet 2224.

Platz 6: „Schwarz und weiß macht grau“ von Oliver Pocher. Ein greuliches Gegröle, aber die Hymne für alle, denen alles langsam zu bunt wird.

Platz 7: „Dann macht es bumm“, von „The Bomber of the Nation“. Das Abschiedslied für all jene Muffel, die vor lauter Fußball-Fußball-Fußball-Übertragungen ihr Fernsehgerät aus dem Fenster werfen und auf den Aufprall warten.

Platz 8: „Time to say good-bye“ von Abba. Das Lied zum Samstag für alle Schweden.

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