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Wahl Ronaldinho ist „Europas Fußballer des Jahres“

29.11.2005 ·  Der Brasilianer Ronaldinho hat sich bei der Wahl zu „Europas Fußballer des Jahres“ durchgesetzt. „Jetzt fehlt nur noch die WM-Trophäe 2006“, sagt der Star vom FC Barcelona. Michael Ballack kam auf Platz vierzehn.

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Für Ronaldinho ist das Glück fast perfekt. Der Weltfußballer 2004 wurde nun auch zum Europas „Fußballer des Jahres 2005“ gekürt. „Jetzt fehlt nur noch die WM-Trophäe 2006“, sagte der 25jährige, als er anläßlich einer Gala in Paris den Goldenen Ball entgegennahm.

Der Superstar vom spanischen Meister FC Barcelona geht als 50. Spieler in die Geschichte der Wahl ein, die traditionell von der französischen Fachzeitschrift „France Football“ veranstaltetet wird. Ronaldinho (225 Punkte) siegte mit deutlichem Abstand vor den Engländern Frank Lampard (FC Chelsea/148) sowie Steven Gerrard (FC Liverpool/142) und trat damit die Nachfolge von Andrej Schewtschenko (AC Mailand) an.

Maradona: „Der beste Spieler der Welt“

Ronaldinho genoß den Rummel um seine Person in vollen Zügen. „Ich werde alles tun, um diese Auszeichnung im nächsten Jahr bei der Weltmeisterschaft zu bestätigen“, ließ das Ausnahmetalent wissen. Doch schon vorher winken weitere Auszeichnungen und Titel. Das „Mäuschen“ ist auch dafür verantwortlich, daß Barcelona vom nationalen Titel sowie vom Gewinn der Champions League träumen darf.

Die Experten und Fußball-Anhänger übertreffen sich derzeit mit Superlativen. Selbst von den Fans des Erzrivalen Real Madrid erntete er stürmischen Applaus, von seinen Gegenspieler holt er sich regelmäßig Komplimente ab. Für den ehemaligen argentinischen Superstar Diego Maradona ist er ohnehin „der beste Spieler der Welt“.

„Künstler am Ball“

Ob als Torschütze, Vorbereiter oder Spielmacher - Ronaldinho ist die Attraktion, in welchem Stadion er auch auftritt. Jahrhundert-Fußballer Pele beschrieb seinen Landsmann kurzum als „Künstler am Ball“. Von den außergewöhnlichen Qualitäten des UN-Botschafters, der von der Spieler-Vereinigung FIFPro im September zum besten Akteur der Spielzeit 2004/05 gewählt worden war, konnten sich die Fans in Deutschland schon beim Sieg der „Selecao“ beim Konföderationen-Cup im vergangenen Sommer überzeugen.

„Wir reisen natürlich nach Deutschland, um die WM zu gewinnen. Zweiter zu werden, ist wie Letzter zu sein“, erklärte Ronaldinho, der „Barca“ mit seiner einzigartigen Technik, seinem unglaublichen Ballgefühl und Spielwitz in der vergangenen Woche zu einem spaktakulären 3:0-Erfolg bei Real Madrid geführt hatte. Die Anhänger der „Königlichen“ erhoben sich spontan von den Sitzen und würdigten die Leistung des Gegners, besonders jedoch des zweifachen Torschützen Ronaldinho.

„Schnelligkeit, Ballkontrolle, Technik“

„Seine Alleingänge mit einer solchen Schnelligkeit, einer derartigen Ballkontrolle und Technik sind einfach überwältigend. Es macht unheimlich Spaß, ihm zuzusehen“, lobte Trainer Frank Rijkaard seinen Freistoß-Spezialisten. Auch in der Champions League glänzt der Spielmacher, der mit fünf Toren großen Anteil am vorzeitigen Erreichen des Achtelfinals hat. Ein Tor, zwei Vorlagen standen beim 3:1 von „Barca“ am vergangenen Mittwoch gegen Werder Bremen in seiner Statistik.

Geboren und aufgewachsen ist Ronaldo de Assis Moreira kurz Ronaldinho genannt in Restinga, einem Armenviertel von Porto Alegre. Sein Vater starb, als er acht Jahre alt war. 2001 wechselte er von seinem Heimatverein Gremio Porto Alegre nach Europa zu Paris St. Germain. Im Sommer 2003 kam er als Weltmeister von 2002 für eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro nach Barcelona, wo er seinen Vertrag vorzeitig bis 2010 verlängert hat. Rund 60 Millionen Euro soll er dafür erhalten haben.

Seinem Verein war er allerdings noch mehr wert. Für eine Vertragsverlängerung bis 2014 wollte Barcelona rund 126 Millionen Euro auf den Tisch legen. Doch Ronaldinho lehnte ab, sagte aber gleichzeitig: „Warum sollte ich Barcelona verlassen? Hier weiß ich, daß wir eine Mannschaft haben, die Titel gewinnen kann. Was Maradona, trotz seines Talents, nie geschafft hat.“

Die letzten zehn Gewinner der Wahl zu „Europas Fußballer des Jahres“

2005: Ronaldinho (FC Barcelona) - Brasilien
2004: Andrej Schewtschenko (AC Mailand) - Ukraine
2003: Pavel Nedved (Juventus Turin) - Tschechien
2002: Ronaldo (Real Madrid) - Brasilien
2001: Michael Owen (FC Liverpool) - England
2000: Luis Figo (Real Madrid) - Portugal
1999: Rivaldo (FC Barcelona) - Brasilien
1998: Zinedine Zidane (Juventus Turin) - Frankreich
1997: Ronaldo (Inter Mailand) - Brasilien
1996: Matthias Sammer (Bor. Dortmund) - Deutschland
1995: George Weah (AC Mailand) - Liberia

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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