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Übersteiger Eine M-, zwei A- und eine S-Frage

10.04.2006 ·  Wir haben einen Torwart. Widmen wir uns also den wirklich wichtigen Fragen des deutschen Fußballs. Zum Beispiel der M-Frage (Mittelfeld), den A-Fragen (Abwehr und Angriff), und der S-Frage (Spielsystem). Übersteiger - die FAZ.NET-Fußball-Kolumne.

Von Achim Dreis
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Sie ist nun also geklärt, die Frage aller Fragen. Wir haben einen Torwart. Das T kann wieder seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt werden und für Volksaktien werben oder einfach als 20. Buchstabe im Alphabet still stehen. Das ehemalige Alphatier muß ja nun auch still sitzen.

Widmen wir uns also den wirklich wichtigen Fragen des deutschen Fußballs. Zum Beispiel der M-Frage (Mittelfeld), den A-Fragen (Abwehr und Angriff), und der S-Frage (Spielsystem). Auf der Suche nach Antworten soll hier die W-Frage (Wohnort) einmal vernachlässigt werden. Es ist auch so schon schwer genug und läßt sich mit der D-Frage zusammenfassen: Wer ist Deutschland?

Wer soll dem Ballack das Wasser tragen?

Die zentrale M-Frage hängt mit dem B-Axiom zusammen. Ballack! Ist gesetzt. Für ihn spricht einfach alles. Sieht gut aus, kann Spiele lenken, Tore schießen, und zur Not auch mal einen Gegner fällen. Guckt dann halt im Endspiel zu. Außerdem kommt er aus dem Osten Deutschlands, wird von Vereinen aus dem Westen Europas hofiert, und gehört noch dem großen Klub aus dem Süden der Republik. Und dieses leidgeprüfte Ensemble braucht wenigsten einen Fixstern vor der WM. Aber wer soll dem Ballack das Wasser tragen? FAZ.NET hilft und bietet Argumente für die Besetzung der restlichen Positionen.

Borowski! Für ihn spricht, daß sein Name auch mit B anfängt. Das freut die Freunde der Alliteration. Dazu Frings! Spielt eher defensiv, kann aber trotzdem mit dem Ball umgehen. Gehört ins Team. Und Schweinsteiger! Ist jung und braucht das Geld. Nein, lieber keine Witze zu diesem Thema, sonst zerrt uns Hoeneß vor Gericht. Trotzdem: Schweinsteiger gehört dazu. Agil, dynamisch, mit jugendlichem Elan und seine Frisur hält auch. Und außerdem ist er torgefährlich. Hat sogar Kahn am Samstag festgestellt. Das Mittelfeld steht also. M-Frage beantwortet.

Huth - am Ball so stark wie Kahn

Kommen wir zu den A-Fragen. Erstens: „Wer spielt im Angriff?“ Da hat „Schweini“ einen Kumpel: Podolski! „Schweini“ und „Poldi“ gehören einfach zusammen, denn „gute Freude kann niemand trennen“. Dazu einer, der auch im Verein Erfolge feiert, das gibt Selbstbewußtsein: Klose! Podolski und Klose, zwei Exil-Polen sind Angriff. Wichtiges Signal in der Integrationsdebatte und vor allem für das zweite Vorrundenspiel.

Schwieriger zu beantworten ist die andere A-Frage: „Wer gehört in die Abwehr?“. Schweigen. Na gut, muß anders formuliert werden: „Wen stellen wir in die Abwehr?“ Schon besser. Huth! „The German Wall“. Am Ball so stark wie Kahn, und wegen seiner Statur genauso Angsteinflößend. Den brauchen wir.

Dazu Mertesacker! Der ist auch groß. Kann zur Not als Brechstange vorne reingeworfen werden. Lahm! Als Gegenpol, damit es beim Schwenk während der Nationalhymne für die Kameraleute nicht so leicht ist. Und Owomoyela! Muß ins Nationalteam. Und zwar auf der rechten Seite. Fertig ist die Aufstellung.

Fehlt noch die S-Frage: Welches System? Am besten wohl wie beim Confederations-Cup: Volle Kraft voraus und hinten hilft der liebe Gott. Die Chancen dafür sind gar nicht so schlecht. Denn dessen Stellvertreter in der Papst stellenden Nation, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, heißt wie? Richtig: Lehmann!

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Jahrgang 1969, Sportredakteur.

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