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Stimmen zum Spiel „Das ist ein Fußball, der die Menschen anspricht“

15.06.2006 ·  Michael Ballack sprach von einer „eindrucksvollen Leistung“, Jürgen Klinsmann von der „gigantischen Stimmung“ und Otto Rehhagel kritisierte die Halbherzigkeit der Polen. Stimmen zum zweiten Spiel der deutschen Nationalmannschaft.

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Stimmen zum Spiel Deutschland - Polen (1:0):

Pawel Janas (Polens Nationaltrainer): „Wir haben in der letzten Minute des Spiels einen Riesenfehler gemacht. Aber unser Hauptproblem ist, daß wir nicht in der Lage sind, ein Tor zu schießen. Jetzt wollen wir gegen Costa Rica noch einmal ein gutes Spiel zeigen. Das haben sich unsere großartigen Fans verdient.“

Jürgen Klinsmann: „Die Unterstützung und der Zusammenhalt in der Truppe sind sensationell. Die Spieler zerreißen sich, da ist man als Trainer stolz und glücklich. Wir haben immer daran geglaubt, noch das Siegtor zu machen. Daß das Tor in der allerletzten Minute fiel, daß es so spannend war, ist um so schöner. Die Stimmung ist gigantisch, das ist eine große Party. Das sind ganz besondere Momente, auch für uns Trainer. Wir leben, fiebern und fühlen mit den Jungs mit. Wir wachsen zusammen. Es ist alles möglich.“

Geschäftsführender DFB-Präsident Theo Zwanziger: „Die Mannschaft hat klar überlegen gespielt und das gezeigt, was Klinsmann von ihr verlangt. Das ist ein Fußball, der die Menschen anspricht.“

Teammanager Oliver Bierhoff: „Unser Zwischenfazit fällt natürlich sehr positiv aus. Aber bei aller Euphorie müssen wir als Mannschaft weiter kühlen Kopf bewahren. Der Sieg war aber wichtig, um Ruhe zu haben. Man hat ja bei den beiden letzten Europameisterschaften gesehen, was für ein Nervenspiel so ein letztes Gruppenspiel werden kann. Die Moral bei uns ist sehr hoch.“

Kapitän Michael Ballack: „Wir haben seit langem bei einem Turnier wieder eine europäische Mannschaft geschlagen. Das war ja auch eine Statistik, dich nicht so für uns gesprochen hat. Es war sehr eindrucksvoll. So wie es bisher gelaufen ist, ist das super für uns. Wir haben einen Riesenschub bekommen. Das Selbstvertrauen ist hoch. Wir wollen jetzt auf jeden Fall Gruppenerster werden. Wir sind gut drauf. Wir wollen weiter durchziehen, ohne Rückschläge, wenn es geht. Aber die werden vielleicht noch kommen. Dann wird sich zeigen, wie die Mannschaft reagiert. So ist es uns aber natürlich lieber.“

Miroslav Klose: „Das war gut für die Moral. Ich glaube nicht, daß wir unser Topniveau schon erreicht haben. Wir haben jetzt wieder fast eine Woche, in der wir uns finden können. Wir müssen aus einer gesicherten Defensive heraus noch besser umschalten.“

Torsten Frings: „Solche Siege sind die schönsten, aber immer solche Zitterspiele muß ich nicht haben. Dieser Sieg wird uns noch enger zusammenschweißen. Ich habe schon vor dem Spiel gesagt, daß wir immer stärker werden, und das werden wir auch.“

Philipp Lahm: „Man hat gesehen, daß es uns ganz sicher nicht an der Fitness fehlt. Wir sind bis zum Schluß rauf- und runtergerannt. Ich denke, das war ein sehr ordentliches Spiel von mir. Aber man kann immer was verbessern.“

Oliver Neuville: „Wir hätten eigentlich schon viel früher alles klar machen müssen. Das Tor war ein super Gefühl, denn ich wußte: Nun sind wir im Achtelfinale. Ich bin bisher mit meiner Rolle mehr als zufrieden. Aber natürlich möchte jeder von Anfang an spielen. Es gibt kein Gesetz, daß Klose und Podolski gesetzt sind. In so einem Turnier kann sich viel tun. In der deutschen Nationalmannschaft habe ich eine derartige Stimmung noch nicht erlebt.“

Bernd Schneider: „Der Sieg war unheimlich wichtig, nicht nur für uns als Mannschaft. Denn für eine WM ist es immer wichtig, daß der Gastgeber weit kommt. Wir haben gut gespielt, zu Null gespielt und gut gestanden. Hier kann sich etwas entwickeln.“

David Odonkor: „Die Stimmung hat alles getoppt. Die Fans waren super. Es war nicht einfach, reinzukommen. Es ist schon ein bißchen wie in einem Traum.“

Christoph Metzelder: „Es war absolut sensationell. Die Fans, das Spiel und seine Dramaturgie. Es macht einfach Spaß, Dortmund bedeutet immer sichere Siege. Eigentlich müßte Dortmund ein Wembley sein. Wir wollen die Gruppe gewinnen. Deshalb müssen wir jetzt für unsere Ziele die Spannung hochhalten. Solche Ereignisse oder Momente schweißen noch mehr zusammen.“

Jens Lehmann: „So eine Stimmung habe ich noch nicht erlebt. Das macht den Reiz aus, in Dortmund oder in Deutschland zu spielen. Deswegen ist es auch wichtig, daß wir den Gruppensieg schaffen, um dann in München, Berlin und Dortmund zu spielen. Nach der Kritik an der Abwehr war das eine gute Leistung. Es war nicht perfekt, aber für Polen hat es gereicht. Wenn aber stärkere Gegner anstehen, dann muß mehr kommen. Wir hätten mehr Tore schießen müssen.“

Bastian Schweinsteiger: „Es war unglaublich, daß Oliver Neuville in der letzten Minute noch das Tor gemacht hat. Das ist ein super Gefühl. Wir haben bis zum Schluß an den Sieg geglaubt. Ich denke, wir können noch besser spielen. Das wollen wir in den nächsten Spielen zeigen und versuchen, uns zu verbessern.“

Otto Rehhagel (Nationaltrainer Griechenland): „Unsere Spieler haben mit Geduld gespielt und dann ihre Chance genutzt. Die Polen haben zu halbherzig gespielt. Man konnte praktisch darauf warten, daß sie am Ende noch einen rein kriegen.“

Ottmar Hitzfeld (Fußball-Trainer): „Die deutsche Mannschaft hat mit Kopf gespielt, nicht mit der Brechstange angegriffen, und Geduld bewiesen. Das ist belohnt worden. Interessant ist, daß das Tor durch die beiden eingewechselten Spieler zu Stande gekommen ist - da hat Jürgen Klinsmann ein glückliches Händchen bewiesen.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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