Home
http://www.faz.net/-g9q-t1ge
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET

Reaktionen zum Bundestrainer-Wechsel „Berufung Löws ist eine logische Entscheidung“

 ·  Jürgen Klinsmann geht, Joachim Löw übernimmt: Nach dem Wechsel auf dem Bundestrainer-Posten haben Nationalspieler und Fußball-Experten mit Bedauern reagiert. Die Bundesliga sagte Löw ihre volle Unterstützung zu.

Artikel Bilder (1) Video (1) Lesermeinungen (4)

Jürgen Klinsmann geht, Joachim Löw übernimmt: Nach dem Wechsel auf dem Bundestrainer-Posten haben Nationalspieler und Fußball-Experten mit Bedauern reagiert. Die Bundesliga sagte Löw ihre volle Unterstützung zu.

Jürgen Klinsmann (zurückgetretener Bundestrainer): „Die Entscheidung war alles andere als einfach. Aber es war eine Entscheidung, die ich treffen mußte. Es ist mein großer Wunsch, zur Familie und mit der Familie zur Normalität zurückzukehren. Ein wichtiger Grund ist auch, daß ich sehr viel Kraft gelassen habe. Ich fühle mich leer und ausgebrannt. Ich brauche erst einmal eine längere Zeit, um wieder meine Balance zu finden. Ich bin sehr glücklich, daß Joachim Löw die Aufgabe anpackt. Ich bin 1000prozentig überzeugt, daß er dies schafft.“

Joachim Löw (neuer Bundestrainer): „Ich möchte mich bei Jürgen bedanken. Es waren zwei unvergeßliche Jahre. Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe. Das ist eine große Herausforderung, den Weg weiterzugehen. Das ist unabdingbar. Nur so können wir dauerhaft in der Weltspitze bleiben. Es ist wichtig, daß wir es schaffen, daß die jungen Spieler nicht in ein Loch fallen. Wir wollen eine erfolgreiche Qualifikation spielen. Das Ziel ist, daß wir Europameister werden wollen.“

Angela Merkel (Bundeskanzlerin): „Ich denke, mir geht es wie sehr vielen in Deutschland, daß ich sehr traurig bin über die Entscheidung von Jürgen Klinsmann. Ich respektiere sie selbstverständlich. Und dann denke ich mir, wir sollten dankbar sein - dankbar dafür, daß er zwei Jahre Bundestrainer war, wie er unsere Mannschaft aufgebaut hat, wie er sie jung und offen hat spielen lassen und wie er damit auch Deutschland verzaubert hat und uns allen eine wunderbare Weltmeisterschaft beschert hat. Und das schafft man nur, wenn man ein unverbesserlicher Optimist wie er ist.“

Kurt Beck (SPD-Vorsitzender): „Jürgen Klinsmann hat Großes für den deutschen Fußball geleistet. Der Wille ist der Vater des Erfolges - Jürgen Klinsmann hat in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, daß er einen sehr starken und eigenen Willen hat. Seine Entscheidung ist deshalb konsequent, auch wenn ich sie sehr bedauere. Es hat viel Freude gemacht, zu sehen, wie seine Begeisterung auf das junge Team, ja, auf das ganze Land übergesprungen ist.“

Oliver Bierhoff (Nationalmannschafts-Manager): „Da ist etwas zusammengewachsen, ein Team voller Ehrgeiz, Vertrauen, Standfestigkeit, aber auch mit Spaß und Freude. Es ist sehr schade, daß einer aus diesem tollen Team abspringt. Aber wir müssen nach vorne schauen, und ich bin froh, daß wir den Weg weiterführen. Joachim Löw hat die Philosophie nicht nur mitgetragen, sondern auch mitgestaltet. Er war mehr als ein Assistenztrainer.“

Franz Beckenbauer (WM-OK-Chef): „Die Entscheidung von Jürgen Klinsmann müssen wir alle respektieren. 1986 war ich nach zwei Jahren als Teamchef in einer vergleichbaren Situation und habe mich unmittelbar nach dem Turnier in Mexiko völlig leer gefühlt. Spontan wollte ich auch aufhören, habe mir selbst aber dann zwei, drei Wochen Bedenkzeit gesetzt um schließlich doch weiter zu machen. Vielleicht wäre Jürgen mit etwas mehr Abstand auch zu einem anderen Entschluß gekommen. Ich habe auch jetzt noch das Gefühl, daß Jürgen noch nicht erreicht hat, was er sich vorgenommen hatte. Daher habe ich mir gewünscht, und bis zuletzt erhofft, daß er seinen Weg weitergeht. Joachim Löw hat gezeigt, daß er ein sehr guter Trainer ist. Es ist absolut richtig, mit ihm die Arbeit nun in verantwortungsvoller Position fortzusetzen.“

Michael Ballack (Kapitän der Nationalmannschaft): „Ich finde es schade, daß Jürgen Klinsmann als Bundestrainer nicht weitermacht. Die Zusammenarbeit mit ihm war erfolgreich und hat viel Spaß gemacht. Ich respektiere allerdings seine Entscheidung. Gleichzeitig bin ich froh, daß wir in Joachim Löw einen neuen Bundestrainer haben, der die Mannschaft kennt und den Stil der bisherigen Arbeit fortsetzen wird.“

Jens Lehmann (Nationaltorhüter): „Den Rücktritt von Jürgen Klinsmann bedauere ich sehr, weil er der Nationalmannschaft eine neue Begeisterung und ein neues Gesicht gegeben hat. Die Berufung von Joachim Löw zum neuen Bundestrainer ist für mich eine logische Entscheidung. Damit wird der Weg, den er bereits entscheidend mitgeprägt hat, konsequent fortgesetzt.“

Gerhard Mayer-Vorfelder (DFB-Präsident): „Es war eine sehr schöne Zeit mit Jürgen Klinsmann. Ich möchte mich bedanken für die Leistung, die Jürgen Klinsmann gebracht hat. Das war ja im Grunde genommen unvorstellbar. Er hat ein ganzes Volk in Bewegung gebracht in einer Art und Weise, wie ich es in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet habe. Jürgen, man wird sich da und dort wiedersehen. Jogi, Dir wünsche ich alles Gute von Herzen. Es werden wieder Angriffe kommen. Da wünsche ich Dir, neben dem Erfolg im Fußball, die Standfestigkeit, die man braucht.“

Theo Zwanziger (Geschäftsführender DFB-Präsident): „Ich bin dem Bundestrainer in hohem Maße dafür dankbar, was er für den deutschen Fußball geleistet hat. Ende und Zukunft sind sehr eng beisammen. Es muß weitergehen. Ich habe noch zwei Minuten versucht, Jürgen Klinsmann umzustimmen. Aber wir müssen das respektieren. Es macht keinen Sinn, das was das Gefühl einem sagt, verändern zu wollen. Das DFB-Präsidium war klar und eindeutig für die Fortsetzung der Spielphilosophie von Klinsmann und Löw. Wir wollen eine Mannschaft aufbauen, die die Fans begeistert. Das Ziel heißt schlicht und klar: Wir wollen Europameister 2008 werden.“

Wolfgang Niersbach (designierter DFB-Generalsekretär, OK-Vizepräsident): „Ich bedaure die Entscheidung, und ich kann Jürgen Klinsmann verstehen. Er ist völlig ausgepowert und benötigt jetzt einfach Zeit, wieder aufzutanken. Ich kenne ihn sehr gut und ich weiß, welchen Stellenwert die Familie für ihn hat.“

Matthias Sammer (DFB-Sportdirektor): „Ich wünsche Joachim Löw alles Gute für seine neue Tätigkeit als Bundestrainer und begrüße ausdrücklich die Entscheidung der DFB-Verantwortlichen. Entgegen allen Spekulationen war es nie meine Absicht, nach der WM als Bundestrainer zu arbeiten. Vielmehr war es von Anfang an mein erklärtes Ziel, in meiner Position als DFB-Sportdirektor neue Impulse in der Nachwuchsförderung zu setzen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Joachim Löw in seiner neuen Rolle und möchte mit ihm gemeinsam etwas im Interesse des deutschen Fußballs bewegen.“

Dieter Eilts (Trainer der U 21-Nationalmannschaft): „Ich bin der Überzeugung, daß das DFB-Präsidium die optimale Entscheidung getroffen hat. Joachim Löw ist ein exzellenter Fachmann und war schon in den vergangen beiden Jahren mehr als ein Assistenztrainer. Durch diese Lösung ist auch gewährleistet, daß der unter Jürgen Klinsmann eingeschlagene Kurs exakt und erfolgreich fortgeführt werden kann.“

Werner Hackmann (Präsident der Deutschen Fußball Liga DFL): „Ich bedauere seine Entscheidung, denn er hat bei der WM sehr viel bewegt. Er hat mit Platz drei für einen Erfolg der Nationalmannschaft gesorgt und eine große Euphorie entfacht. Er hat seine Entscheidung aus persönlichen Gründen getroffen. Dafür habe ich absolutes Verständnis.“

Thomas Doll (Hamburger SV): „Sicherlich haben sich alle gewünscht, daß Jürgen weitermacht, aber er hat eben seinen eigenen Kopf und hat sich anders entschieden. Jetzt bekommt Jogi Löw unsere volle Unterstützung.“

Stefan Kuntz (Vorstand VfL Bochum): „Jürgens Entscheidung kommt nicht überraschend, das hat sich angedeutet. Die Entscheidung pro Joachim Löw ist eine logische Konsequenz, denn er ist derjenige, der die bisherige Philosophie mitbestimmt hat und jetzt am besten umsetzten kann.“

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund): „Ich habe von Jürgen Klinsmanns Entscheidung am Dienstag nachmittag erfahren und hatte damit gerechnet. Joachim Löw hat, keine Frage, als sein Nachfolger eine faire Chance verdient. Ob er allerdings die Lücke, die Klinsmann hinterläßt, schließen kann, muß die Zeit zeigen. Er bekommt dabei die volle Unterstützung von Borussia Dortmund.“

Horst Heldt (Teammanager VfB Stuttgart): „Das ist natürlich schade, daß Jürgen Klinsmann nicht weitermacht, aber das muß man akzeptieren und respektieren. Er hat viel bewegt und einen guten Weg eingeschlagen, den Joachim Löw fortführen kann. Er hat bisher schon vieles mitgestaltet, deswegen braucht man keine Angst zu haben, daß diese Fußball-Philosophie nicht weiter verfolgt wird.“

Reiner Calmund (ehemaliger Manager von Bayer Leverkusen): „Es ist schade, daß Jürgen Klinsmann nach all dem Erfolg, der Euphorie und Begeisterung weggeht. Er hat viel bewegt. Es war aber zu befürchten. Vielleicht hat er auch ein bißchen weiche Knie bekommen. Klinsmann stehen jetzt für andere Dinge Tür und Tor offen... Es geht jetzt darum, Löw den Rücken zu stärken und den Teamgedanken noch mehr in den Vordergrund zu stellen.“

Günther Oettinger (Ministerpräsident Baden-Württemberg): „Joachim Löw hatte im Trainergespann aus Baden und Württemberg schon bisher ganz entscheidenden Anteil am sportlich erfolgreichen und sympathischen Auftritt der DFB-Elf. Ihn zum Nachfolger von Jürgen Klinsmann zu berufen, ist auch ein Bekenntnis zum erfrischenden Stil und zu neuen Wegen in Richtung Fußballeuropameisterschaft. Daß Jürgen Klinsmann nicht mehr weitermachen will, ist schmerzlich. Aber wir müssen seine Entscheidung akzeptieren.“

Martin Bader (Sportdirektor 1. FC Nürnberg): „Ich hätte mir gewünscht, daß Jürgen Klinsmann weitermacht. Aber die Karawane zieht weiter. Es gilt jetzt, nicht nach hinten zu schauen, sondern nur nach vorn. Die schnelle Entscheidung des DFB für Jogi Löw ist konsequent. Auch Löw wird aber nur an seinen Ergebnissen gemessen. Alles Weitere wird die EM-Qualifikation zeigen. Wir werden alles dafür tun, um ihn aus der Liga und von Seiten des 1. FC Nürnberg 100prozentig zu unterstützen.“

Reinhard Saftig (Geschäftsführer von Arminia Bielefeld): „Eins steht fest: Während der Weltmeisterschaft ist gute Arbeit geleistet worden. Es war fast zu erwarten, daß es so kommen würde. Was im Vorfeld gelaufen ist, war nicht schön. Joachim Löw ist die logische Konsequenz, weil er die Arbeit im Sinne von Jürgen Klinsmann fortsetzen kann.“

Harald Strutz (Präsident FSV Mainz 05): „Ich bedauere den Rücktritt von Jürgen Klinsmann. Die Entscheidung des DFB für Joachim Löw ist logisch. Ich hoffe, daß er den von Klinsmann eingeschlagenen Weg fortsetzt und er genauso viel Erfolg hat wie er.“

Christian Heidel (Manager FSV Mainz 05): „Eine logische Konsequenz auf Klinsmann, wenn er im Stil so weiter macht. Es entsteht kein großes Vakuum. Der Schritt von Jürgen Klinsmann ist keine Überraschung. Das war von vornherein eine Sache für zwei Jahre. Löw hat eine andere Mentalität, wird einen anderen Stil pflegen. Aber er sollte das von Klinsmann angeschobene Modell weiter voran bringen. Zum Glück für uns stellt sich das Thema Jürgen Klopp als Nachfolger nicht.“

Heribert Bruchhagen (Vorstandschef von Eintracht Frankfurt): „Seine Entscheidung zeigt, daß er den Fußball nicht genug liebt. Er ist ein schlechtes Beispiel für alle Führungskräfte. Andere Arbeitnehmer haben auch Familien. Aber hochbezahlte Angestellte müssen nun mal mehr leisten. Der Entschluß von Klinsmann zeigt, daß seine Leidenschaft nicht allein dem Fußball gehört. Die ganze Situation mit seiner Familie in den Vereinigten Staaten war von Anfang an eine merkwürdige Konstellation. Er hat seine Sache wirklich toll gemacht, aber schade, daß er zurückgetreten ist, finde ich es aus den genannten Gründen nicht.“

Ilja Kaenzig (Manager Hannover 96): „Jürgen Klinsmann tritt auf dem Höhepunkt zurück, es ist ein guter Moment und ein Abgang mit Stil. Er hat in den vergangenen zwei Jahren einen Kurswechsel und eine Modernisierung im deutschen Fußball eingeleitet. Dieser Weg ist unumkehrbar. Jetzt müssen andere das Werk fortsetzen und zementieren.“

Dieter Hoeneß (Manager Hertha BSC Berlin): „Das muß ich erst einmal sacken lassen. Ich habe mich mit diesem Gedanken in den letzten Tagen nicht ernsthaft befassen wollen. Ich bedauere diese Entscheidung. Es ist schade, daß Klinsmann auf halbem Weg aufhört. Er hätte die junge Mannschaft weiterentwickeln sollen. Die WM war nur ein Zwischenziel.“

Bernd Cullmann (Weltmeister 1974): „Für mich kommt weder der Rücktritt von Klinsmann noch die Nominierung von Löw überraschend. Für Jogi Löw wird es natürlich schwer, die Persönlichkeit Klinsmann zu ersetzen. Alles wurde ja am Strahlemann Klinsmann festgemacht. Der Jogi aber hat den Aufbruch ja mitgebracht. Er steht auch für neue Trainingsmethoden, die offensive Spielweise und die jungen Leute. Hätte man jetzt einen geholt, der nichts mit dieser Entwicklung zu tun hatte, hätte es sein können, daß alles wieder umgestoßen wird.“

Bernard Dietz (Europameister 1980): „Ich habe damit gerechnet, so wie es sich abgezeichnet hat. Klinsmann hat wahnsinnigen Erfolg gehabt und kennt den Alltag im Geschäft. Die WM im eigenen Land war ein Highlight, doch diese Euphorie, dieser Traum ist vorbei. Das zählt im Alltag nicht mehr. Daß Löw sein Nachfolger wird, müssen die Herren beim DFB selber wissen. Ich bin überrascht, daß es mit seiner Ernennung so schnell gegangen ist. Ich glaube aber schon, daß Löw schon bei Klinsmann ein richtiges Mitspracherecht hatte. Auch die DFB-Herren haben gesehen, daß er sehr gute Arbeit geleistet hat.“

Hans-Jürgen Dörner (100maliger DDR-Nationalspieler und ehemaliger DFB-Trainer): „Schade, daß er die begonnene Arbeit nicht fortsetzt. Er hat in den zwei Jahren gute Ideen eingebracht. Ich habe es aber aufgrund seiner Interviews in den letzten Tagen so vermutet. Jetzt müssen die Hausaufgaben gemacht werden, der Alltag geht mit der EM-Qualifikation los. Er wird wohl Schwierigkeiten haben, sich damit hundertprozentig zu identifizieren - von den Vereinigten Staaten aus geht das nicht. Jetzt darf nicht alles umgekehrt werden, die Richtung, die ja auch einen gewissen Erfolg gebracht hat, muß beibehalten werden.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Lesermeinungen zu diesem Artikel (4)
Weitersagen