Bundestrainer Jürgen Klinsmann würde im Falle eines negativen Abschneidens der deutschen Auswahl bei der Fußball-WM sofort persönliche Konsequenzen ziehen. „Wenn es nicht gut läuft, bin ich weg, das ist mir selber auch klar“, sagt Klinsmann der Wochenzeitung „Die Zeit“. Sollte das Team bei der WM scheitern, sei das auch seine „persönliche Niederlage, ich würde die Schuld nicht bei anderen suchen“.
Klinsmann geht derweil mit seinen Kritikern hart ins Gericht: „Viele Leute, die uns kritisieren, haben bis heute keinerlei Einblick in unsere Arbeit. Kein Günter Netzer, kein Franz Beckenbauer, kein Lothar Matthäus, kein Paul Breitner hat je eine Trainingseinheit von uns gesehen“, sagt Klinsmann.
„Lehrreich zu sehen, daß man mich kippen wollte“
Für „gut möglich“ hält es Klinsmann, daß man ihn auch kurz vor der WM noch ablösen wollte, falls das Länderspiel gegen die Vereinigten Staaten im März in Dortmund verloren gegangen wäre: „Es war lehrreich zu sehen, daß man mich kippen wollte wegen eines verlorenen Spiels, dem 1:4 in Italien. Es war lehrreich, mit welcher Freude da einige 18 oder 19 Monate Arbeit kaputtmachen wollten.“ Deutschland gewann in der Dortmunder WM-Arena mit 4:1.
Er habe unterschätzt, „wie lange manche Leute in Deutschland brauchen würden, bis sie einsehen, daß wir ein Fitness-Problem, ein taktisches Problem und ein Schnelligkeitsproblem im Fußball haben“.
Klinsmann geht davon aus, daß ein möglicher Nachfolger die von ihm und seinem Trainerstab vorgegebene Spielweise fortsetzen wird: „Wir haben eine offensiv ausgerichtete Spielphilosophie geschaffen, die auf Aktion beruht, nicht auf Reaktion. Ein neuer Bundestrainer wird diese Spielweise weiter zu entwickeln haben“, sagt Klinsmann. Das sei von Anfang an das Anliegen gewesen.
Respekt
(johannes.krempl)
- 01.06.2006, 00:26 Uhr
Trotzkopf
gus holler (gus.holler)
- 01.06.2006, 13:58 Uhr
In welcher "Linie"agiert Klinsmann?
(Peel)
- 01.06.2006, 18:13 Uhr
