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Nach dem Einzug ins Achtelfinale WM-Zwischenzeugnis der „Klinsmänner“

21.06.2006 ·  Die deutsche Fußball-Nationalelf hat die WM-Vorrunde nach drei Siegen gegen Costa Rica, Polen und Ecuador souverän als Erster der Gruppe A abgeschlossen. FAZ.NET präsentiert vor dem Achtelfinale gegen Schweden ein Zwischenzeugnis.

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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat die Vorrunde der Weltmeisterschaft nach drei Siegen gegen Costa Rica (4:2), Polen (1:0) und Ecuador (3:0) souverän als Erster der Gruppe A abgeschlossen. FAZ.NET präsentiert vor dem Achtelfinale am Samstag in München gegen Schweden ein Zwischenzeugnis:

Der Bundestrainer:
Jürgen Klinsmann hat bisher laut Franz Beckenbauer „alles richtig“ gemacht. Er bewies mit seiner Aufstellung und seinen Einwechslungen - insbesondere gegen Polen - ein gutes Händchen. Selbst der Disput mit Kapitän Michael Ballack um dessen Einsatz im WM-Eröffnungsspiel hinterließ kaum Spuren. Er trifft offensichtlich den richtigen Ton und hat, nach den Eindrücken der Vorrunde, seine Spieler mental und körperlich sehr gut vorbereitet. Die wahren Bewährungsproben beginnen für Klinsmann aber erst jetzt mit dem Start in die K.o.-Runde.

Die Stimmung:
Bisher haben die teambildenden Maßnahmen der Vorbereitung gegriffen. Die Mannschaft präsentiert sich auf und außerhalb des Platzes als Einheit. Auch die Ersatzspieler ziehen mit. Wie stark der Teamgeist wirklich ist, wird sich zeigen, wenn die DFB-Auswahl frühzeitig scheitern sollte.

Das Umfeld:
Bisher halten alle „Experten“ still, Klinsmann und Co. bieten wenig Angriffsfläche. Ein schwelendes Thema ist die ungeklärte Zukunft von Klinsmann. Kontraproduktiv ist in diesem Zusammenhang, daß sich einige Herren aus dem DFB-Präsidium schon wieder bemüßigt fühlen, ihre Meinung öffentlich zu machen.

Die Fans:
Im bisherigen Turnierverlauf das große Plus. Die deutsche Mannschaft wird von einer Welle der Begeisterung getragen. Die Zustimmung kennt keine Grenzen und hat schon jetzt die Stimmung nach dem Gewinn des WM-Titels 1990 weit übertroffen. Die gesteigerte Erwartungshaltung erhöht jedoch auch den Druck auf die Mannschaft. Nicht absehbar ist, wie die Öffentlichkeit auf ein frühzeitiges Aus reagieren würde.

Die Mannschaft:
Nach den gewohnten Abwehrschwächen zum WM-Auftakt immer kompakter. Inzwischen gute Abstimmung zwischen Abwehr und Mittelfeld. Sehr einsatzfreudig, große Leidenschaft. Gefährlich in der Offensive, noch mäßig bei Standards. Bis jetzt noch nicht gefordert. Entscheidend wird sein, wie Ballack und Co. auf einen Rückstand reagieren.

Die einzelnen Spieler im Überblick:
Jens Lehmann: Bisher wenig geprüft. Sicherer Rückhalt.
Philipp Lahm: Der absolute Gewinner der Vorrunde. Frech, spielfreudig, klasse. Weiter so.
Per Mertesacker: Kommt immer besser in Schwung. Inzwischen auch wieder mit alter Souveränität und Zweikampfstärke.
Christoph Metzelder: Noch nicht in der Form der WM 2002, gewinnt aber immer mehr an Sicherheit.
Arne Friedrich: Zwei Spiele indiskutabel, gegen Ecuador verbessert. Wird wohl kein Flankengott mehr.
Bernd Schneider: Nach müder Vorbereitung rechtzeitig fit. Gescheite Pässe, großes Laufpensum.
Michael Ballack: Noch nicht der erhoffte WM-Star, aber dennoch Dreh- und Angelpunkt. Von seiner Leistung wird der weitere Erfolg abhängig sein.
Torsten Frings: Stabilisator vor der Abwehr. Grundsolide Vorrunde, Steigerungspotential.
Bastian Schweinsteiger: Schatten gegen Polen, ansonsten viel Licht. Starke Dribblings. Standards könnten besser sein.
Miroslav Klose: Etabliert sich immer mehr als absoluter Topstürmer und Führungsspieler. Vier Tore, sehr mannschaftsdienlich. Erfolgsgarant.
Lukas Podolski: Bisher trotz einer Leistungssteigerung gegen Ecuador und seines ersten WM-Treffers hinter den Erwartungen. Der Druck scheint nicht spurlos an ihm vorbeizugehen.
Tim Borowski, Oliver Neuville, Robert Huth, David Odonkor: Konnten bei ihren Einsätzen bisher überzeugen und sich durchaus als Alternativen zur Stammelf präsentieren.
Gerald Asamoah, Sebastian Kehl: Konnten sich bei ihren Einwechslungen nicht in den Vordergrund spielen.
Marcell Jansen, Jens Nowotny, Thomas Hitzlsperger, Timo Hildebrand: Mitläufer, werden über den Status der WM-Touristen nicht hinauskommen.
Oliver Kahn: Vorbildliches Verhalten. Im Training immer voll bei der Sache. Als Motivator und Ansprechpartner von immenser Bedeutung.

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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