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FAZ.NET-Spezial Globetrotter ohne Gespür

 ·  Ohne Fingerspitzengefühl für die Bedürfnisse seiner verunsicherten Nationalspieler und ohne Gespür dafür, bei einem Pflichttermin selbstverständlich präsent zu sein, verspielt Jürgen Klinsmann viel persönlichen Kredit. FAZ.NET-Spezial.

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Ralf Herrmann-Bierbaum

Betr. Peters

@ Herrn Gernhold

Den Fall Peters empfinde auch ich als entscheidend. Allerdings habe ich da eine andere Meinung als Sie.

Peters hat sich als Hockeynationaltrainer über viele Jahre einen Namen gemacht, hat die Hockeyszene von Grund auf erneuert und die Basis für einen langfristigen und dauerhaften Erfolg gelegt.

Leider hatte beim DFB keiner den Mut, diesen Weg zu gehen. Man hört halt mehr auf solche Größen wie Vogts ("Hockey ist mit Fußball nicht vergleichbar") oder Kohler. Ersterer ist sowohl als Bundestrainer, bei Leverkusen oder in Schottland grandios gescheitert. Letzterer bekleckert sich momentan auch nicht gerade mit Trainerruhm.

Ja, Klinsmann ist neue Wege gegangen, hat die Spieler mit Therabändern über den Rasen watscheln lassen, worüber sich die halbe Nation schlapp lachte, ohne wirklich Ahnung zu haben, was da passiert. Aber der Mann hat den Mut, Dinge, die in der modernen Trainingslehre gang und gäbe sind, auf den Fußball, dieses träge Monster, zu übertragen. Und damit eckt er an.

Aber: wünschen wir uns die alten Zeiten zurück? Die Beckenbauer-Elf von 74 ist passé, das waren andere Zeiten. Heute würde diese Mannschaft keinen Blumentopf gewinnen. Seien wir also mutig und gehen wir neue Wege, gehen wir Risiken ein. Nur so haben wir eine Chance. Und das gilt nicht nur für den Fußball.

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xrg111169 (xrg111169) - 08.03.2006 21:51 Uhr

KM

An dieser Stelle muss ich meinen "Vorschreiber" recht geben. Es geht sicherlich um Macht. Nur hat Klinsmann dieses Spiel begonnen. Von der ersten Minute hat er bewährte Kräfte gegen eigene Leute ausgetauscht. I.d.R müssen diese Personen zwei Eigenschaften mitbringen: a) schwächer als Klinsmann und b) bedingungslose Ergebenheit.
Mit der Installation von Peters hat er das Fass zu überlaufen gebracht. Peters ist sicherlich kein Konkurrent zu Klinsmann, Sammer schon.
Klinsmann hat den Machtkampf verloren. In seiner eigenen Art ist er allen auf die Füsse getreten und hat sin Rekordzeit seinen Kredit verspielt.

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Ralf Herrmann-Bierbaum

Besserwisser

Mir scheint, daß die Kommentatoren von Seiten sowohl der Politik als auch des Verbandes mittlerweile schlicht Panik bekommen. Aber weniger vor einem schlechten Abschneiden der deutschen Mannschaft sondern davor, selbst in Verantwortung genommen zu werden.

Ob Klinsmann jetzt in Kalifornien, Sibirien oder Deutschland sitzt, ändert an der Qualität seiner Arbeit gar nichts. Die Tatsache, daß ihm von Verbandsseite aber immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, die Causa Peters scheint schon vergessen, hat für seine Motivation und Autorität große Folgen. Wie muß der Mann sich vorkommen, wenn er in aller Öffentlichkeit von Personen wie Beckenbauer abgewatscht wird. Aber weder dieser noch alle anderen Kritiker denken wirklich in Zusammenhängen und langfristig.

Hier geht es um Macht. Klinsmann hat den Herren im Anzug in den Hintern getreten, jetzt bekommt er die Retourkutsche. Wenn die WM in Deutschland den Bach runtergeht, dann aufgrund der Qualität der Spieler, aufgrund des mangelnden Rückhalts der Funktionäre und wegen der Medien, die auch nur von heute auf morgen denken.

Wenn sich dann auch die Politik noch einmischt, ohne wirklich was vom Sport zu verstehen, dann gute Nacht.

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Benjamin Joseph
Benjamin Joseph (devold) - 08.03.2006 15:06 Uhr

mehr trainer als spieler

in deutschland scheint jeder mehr ahnung vom job als bundestrainer zu haben als klinsmann. der trainer hat neue ideen und neue konzepte gebracht über die man letztes jahr noch gejubelt hat. die kritik ist rein erfolgsorientiert. wir haben zwar gute junge spieler. aber die sind nun mal nicht gut genug um sich mit nationen wie brasilien messen zu können. das muss fußball-deutschland mittlerweile einfach einmal eingestehen. das hat mit dem trainerstab nichts zu tun. da hilft auch kein großes management und task force und was sonst noch ein haufen geld für nichts verdient. hauptsache klinsmann bringt die jungs dazu wieder attraktiven fußball zu spielen. auch wenn wir nicht unter die besten acht kommen sollten.

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Klinsmann und der DFB

Die absolut verheerende Lage des deutschen Fußballs hat doch eindeutig Herr MV zu verantworten.

Wieso wurde Rudi Völler entlassen. Absolut sinnlos. Er hat bei der WM 2002 aus einer sehr jungen Truppe mit sehr geringer Erfahrung eine Einheit geschaffen, die sämtliche Vorbereitungsspiele zur WM 2002 berauschend gespielt hat mit z. T. sehr hohen Siegen gg. zugegebenermaßen durchschnittliche Teams.

Bei der EM 2004 hat er nur einen Fehler gemacht. Ernst einzuwechseln, ansonsten hätten wir die Holländer geschlagen und wären mit Sicherheit noch weit gekommen.

Die fußballerische Qualität in Deutschland ist seit jeher eher schlecht als recht. Rudi Völler hat es jedoch auf Grund seiner menschlichen und beliebten Art geschafft, die Spieler für die Nationalelf zu begeistern, so dass über Kampfgeist häufig die "0" stand.

Als Gastgeber werden wir diesmal auch die Vorrunde überstehen, jedoch nur wg. des Ausrichterbonus. Die Gruppengegner sollten keinesfalls unterschätzt werden. Costa Rica ist bspw. bisher jeweils nur an Brasilien bei WMs gescheitert.

Also ist Konzentration gefragt und nicht blindes nach vorne laufen.

Fußball spielen will schließlich gelernt sein - kämpfen müsste aber jeder können!

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nickman (nickman) - 08.03.2006 01:01 Uhr

Das hätte man sich beim DFB früher überlegen sollen!

Jetzt steigt man also auch bei der FAZ auf den primitiven Kampagnen-Jounalismus der BILD-Zeitung ein. Jede Wette: Klinsmanns An- und Abwesenheit in Deutschland hat er sich exakt vertraglich festschreiben lassen. Deshalb äußert sich Dr. Zwanziger auch so zurückhaltend. Der DFB, Beckenbauer u. Co. wußten garantiert, worauf sie sich einlassen. Warum überlegen die sich das nicht früher? Jetzt zieht Klinsmann sein Ding durch...Und nach der voraussichtlichen WM-Pleite der deutschen Mannschaft wird man dann feststellen, daß das Modell mit den ehemaligen Weltklassespielern als Trainer-Lehrlinge dann doch nicht zukunftweisend ist (Kaiser F. als die berühmte Ausnahme, die die Regel bestätigt). Und dann rufen wieder alle noch Christoph Daum und Ottmar Hitzfeld und der ganze Kasperkram mit der Trainerdiskussion beginnt von vorn. Dabei ist die Lösung ganz einfach: Wir müssen uns endlich daran gewöhnen, daß wir nicht mehr Weltspitze sind im Fußball. Kein Trainer (auch kein Marinho) kann daran etwas ändern. Ansprüche zurückschrauben, Leute!

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H. Möller
H. Möller (a2d2) - 07.03.2006 18:18 Uhr

Klinsmann und die Wirren im deutschen Fussball

....jeder Spitzenmanager wäre jetzt gefeuert worden - warum nicht auch Klinsi????
Daum sitzt in der Türkei und lacht sich tot.
Sammer läuft sich warm - für die Notübernahme.
Aber alles läßt erkennen, daß es jede Menge Zoff beim DFB geben muss ...und dort das Übel zu Hause sein muß!!!!

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Georg Stöffler

Danke Herr Rost !

Endlich bringen Sie mit diesem Artikel journalistische Qualität ein.Was ich bisher in führenden deutschsprachigen Tageszeitungen und Magazinen über Herrn K. und seine
immer wiederkehrenden Fehlleistungen gelesen habe,war
marktscheierisches Gesabbere auf niedrigen Niveau.Einen
Trainer-Azubi zum Teamchef zu bestellen,entsprach den beim DFB immer wiederkehrenden fatalen Krisenmanagement.Seine Persönlichkeitsstruktur hat erst kürzlich Niels Jacobsen in www.yeald.de hervorragend beschrieben;sie hätte aber bereits - wenn schon nicht von den beiden DFB-Präsidenten -so doch von deren Beratern zum Zeitpunkt von K.s Bestellung
erkennbar sein müssen.
Uli Hoeneß hatte mit seiner letzten Äußerung recht,daß ein Handeln spätestens zum Jahresende notwendig gewesen wäre.Seine Bemerkungen habe ich nicht als Stützung des Herrn K. verstanden,sondern als Kritik an allen
Fußballgurus wie Beckenbauer,den DFB-Funktionären aber auch an den Medien,die Hoeneß damals keinerlei Unterstützung gewährten und ihn allein im Regen stehen ließen.

Ich hoffe,daß mit Ihrem Artikel zumindest in den Topmedien mehr Sachlichkeit in der Causa K.einzieht und daß Sie und wenige andere in der Lage sind,die sich wiederholenden Fehler des Herren K.und der darauffolgenden Rückzüge ins Private noch rechtzeitig abzustellen.Wichtig ist die Chance für Deutschland sich in der Welt mit der WM positiv darzustellen - wer Weltmeister wird ist dagegen sekundär.

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MSp2049 (MSp2049) - 07.03.2006 14:30 Uhr

Viel Rauch um Nix

Grundsätzlich wird es richtig sein, dass eine Präsenz auch notwendig sein kann wenn vor allem viel Presse und Franz dabei ist. Ob da Verteter immer ausreichend sind vermag ich auch nicht zu beurteilen. Insgesamt täuscht die Diskussion über einen Sachverhalt hinweg - Deutschland ist zwar WM-Ausrichter - hat aber aus vielerlei Gründen keine konkurrenzfähige Mannschaft - und das nicht erst seit Italien. Der Neuaufbau dauert mangels Klasse länger als jedem lieb ist - eine WM kommt zwei Jahre zu früh. Dann werden Nebenkriegsschauplätze wichtiger als sie tatsächlich sind - eine vorweggenommen Enttäuschung bzw. um die scheinbar betrogene Vorfreude spielt eine weitaus grössere Rolle als alle Beteiligten gerne eingestehen wollen. Ob Klinsmann der richtige Trainer ist - keine Ahnung - ich habe nur laienhaftes Wissen - dass er in dieser Situation allerdings angreifbar ist, spricht weder für ihn noch die Herren die ihn beschäftigen.

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Peter Rost
Peter Rost (LA-seneca) - 07.03.2006 13:48 Uhr

Klinsmann

Die Art und Weise seines Führungsverhaltens hat sich ja schon beim absolut unwürdigen und niveaulosen Rauswurf von Sepp Maier deutlich gezeigt. Das war der Moment, in dem klar wurde, dass hier heinerlei Stil und Benehmen gewollt oder gekonnt war.

In Interviews sagt K. immer wieder "ich muß noch viel lernen bei erfahrenen Trainern". Richtig, aber das bedarf auch einer Lernbereitschaft! Von Herrn Beckenbauer ließe sich beispielweise zum Thema Engagement sehr viel lernen. UInd der hat mehr als einmal die Hand hingehalten und hat ihm wohlgemeinte Ratschläge gegeben.

PR

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