09.06.2006 · Die Schwächen der Defensivkräfte Friedrich, Mertesacker und Metzelder ließen die deutschen Fans beim Eröffnungsspiel zittern. Frings, Lahm, Klos und Schweinsteiger sorgten beim 4:2 gegen Costa Rica für Jubel. Die Nationalspieler in der Einzelkritik.
Die deutsche Nationalmannschaft in der Einzelkritik:
Lehmann: Die Nummer 1 war im ersten WM-Spiel nur selten gefordert, bei den Gegentoren machtlos. Den Frieden mit den Fans in München schloß er schon vor dem Anpfiff. Leicht angeschlagen am Knöchel.
Friedrich: Der Berliner war die Schwachstelle: Zu zaghaft, ungenau beim Paß-Spiel. Vor dem 1:1 hob er die Abseitsfalle auf, beim 2:3 zu spät. Gegen stärkere Gegner kann er so nicht bestehen.
Mertesacker: Bei seinem WM-Debüt wirkte er wenig souverän, vor allem die Abstimmung mit seinen Nebenleuten fehlte. Sein Gegenspieler Wanchope war immer Gefahrenherd. Allerdings mit Offensiv-Akzenten.
Metzelder: Vier Jahre hatte er um diesen Moment gekämpft: Schon fast Invalide, startete er seine zweite WM. Allerdings offenbarte der Dortmunder deutliche Schwächen, stand mehrmals schlecht.
Lahm: Rechtzeitig wieder fit nach Ellbogen-Operation avancierte der 22jährige zum Mann des Tages. Toller Schuß zum 1:0, Vorbereiter zum 3:1, immer mit Drang nach vorn - und dazu auch defensiv überzeugend.
Schneider: Bester Deutscher im Finale 2002 - beim Auftakt 2006 nur Durchschnitt. Bereitete toll das zweite deutsche Tor mit vor, war immer für eine Überraschung gut. Tauchte dann aber ab.
Frings: Der Bremer steigerte sich gegenüber den Tests deutlich. Kämpfte wie gewohnt, trieb das Spiel nach vorn und krönte die gute Leistung mit dem 4:2. Übernahm am ehesten Ballacks Führungsrolle.
Borowski: Nach dem Ballack-Ausfall weit weniger präsent als der verletzte Kapitän: Versuchte zwar die Pässe in die Spitze, eine klare Linie aber brachte er nicht ins deutsche Spiel. Mußte für Kehl raus.
Schweinsteiger: In seinem ersten WM-Spiel einer der Besten. Versuchte immer wieder das Dribbling und die steilen Pässe. Legte Klose toll zum 2:1 auf. Der junge Münchner ist zur Stammkraft im Team geworden.
Klose: An seinem 28. Geburtstag erfüllte er alle Erwartungen: Vierter Doppelpack in der Nationalelf, immer anspielbereit. Nach fünf WM-Toren 2002 will er dieses Mal noch mehr. Eine Trumpf-Karte!
Podolski: In seinem neuen Heim-Stadion mit einigen starken, aber auch einigen schwächeren Szenen. Der neue Mann für die Standards, dabei noch Reserven. Suchte den direkten Abschluß, aber wenig effektiv.
Kehl: Kam für Borowski und war gleich am zweiten Gegentor beteiligt. Bemühte sich danach um mehr Stabilität. Der Dortmunder bleibt aber zunächst nur ein Alternativ-Spieler.
Neuville: Kam als „Joker“ in der Schlußphase für Klose. Der Gladbacher war zwar ständig in Bewegung, kam aber nicht in torgefährliche Aktionen.
Odonkor: Am Ende durfte auch noch die Dortmunder Rakete kurz starten. Erlebte den Schlußpfiff seines zweiten Länderspiels auf dem Platz. Kam für Schneider. Klinsmann baut den Youngster auf.