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Blatter: „Nehme es auf meine Kappe“ Fifa räumt Fehler im Fall Frings ein

04.07.2006 ·  Joseph Blatter hat im Fall des nachträglich gesperrten deutschen Fußball-Nationalspielers Torsten Frings Fehler im Ablauf eingeräumt. „Das nehme ich auf meine Kappe. Da haben wir Nachholbedarf“, sagte der Präsident des Weltverbandes Fifa. Die Auswertung der Fernsehbilder habe zu lange gedauert.

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Fifa-Präsident Joseph Blatter hat Fehler im Fall des gesperrten deutschen Fußball-Nationalspielers Torsten Frings eingestanden. „Wir haben einen Nachholbedarf bei der Auswertung von Fernsehbildern, die in einem Disziplinarverfahren gebraucht werden“, erklärte der Chef des Fußball-Weltverbandes am Dienstag in Berlin. „Dies haben wir aus der Angelegenheit gelernt. Ich nehme das auf meine Kappe und Schulter, daß das so lange gedauert hat.“

Damit reagierte der Schweizer auf die Kritik, die Fifa habe die Fernsehaufnahmen zu den Tumulten nach dem WM-Viertelfinalspiel Deutschland gegen Argentinien am Freitag nicht systematisch und schnell genug gesichtet. Frings wurde erst am Tag vor dem Halbfinale in Dortmund gegen Italien gesperrt. Nach dem Fifa-Disziplinarreglement kann bis spätestens 72 Stunden nach einem Verstoß in einer Partie noch eine Strafe verhängt werden. „Wenn es aber etwas so Wichtiges ist, das Einfluß auf das nächste Spiel hat, sollte der Entscheid mehr als einen Tag vorher gefällt sein“, räumte Blatter ein. Und betonte: „Die Fifa hat aus dieser Angelegenheit gelernt.“

„Grundsätzlich richtig nach den Regeln“

Zugleich betonte er jedoch, daß das Verfahren gegen Frings, der für ein Spiel gesperrt wurde und für ein weiteres auf Bewährung spielt, „grundsätzlich richtig nach den Regeln“ abgewickelt worden sei. Kritik übte dagegen der Rechtsberater des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Christoph Schickhardt, am Spruch der Fifa-Kommission. „Das Urteil ist so ausgefallen, daß es die Überschrift trägt, er konnte nicht ganz ungeschoren davonkommen“, sagte Schickhardt. Aus seiner Sicht hätte er ganz klar freigesprochen werden müssen, „weil auch eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters vorlag“.

Selbstkritik übte Blatter zudem an seiner Schelte für Referee Walentin Iwanow (Rußland), der im WM-Match Portugal gegen die Niederlande mit vier Gelb-Roten Karten und acht weiteren Verwarnungen eine Rekordmarke setzte und damit eine Kontroverse auslöste. „Ich hatte gesagt, Iwanow verdient dafür die Gelbe Karte. Dafür entschuldige ich mich. Die Auswechselspieler auf der Bank hätten sie verdient“, bekannte der Fifa-Chef.

Neue Gelbe-Karten-Regelung?

Überdenken will die Fifa angesichts der Rekordflut von 293 Gelben Karten und 27 Platzverweisen in den bisher 60 Begegnungen den Umgang mit Verwarnungen. „Es gibt Ligen, bei denen erst nach drei, vier oder fünf Gelben Karten eine Sperre ausgesprochen wird“, sagte Blatter. „Bei der WM wäre es vielleicht sinnvoll, drei statt zwei Gelbe Karten als Maß zu nehmen.“ Auch die strikte Ahndung von Spielverzögerungen und ähnlichen kleineren Delikten mit Gelb hätte sich als überzogen herausgestellt. „Die Schiedsrichter sollten eine größere Skala der Entscheidung haben“, äußerte Blatter.

Optimistisch ist der Schweizer, daß die Referees in absehbarer Zeit technische Hilfe beim Torbeweis per Mikrochip im Ball oder mit speziellen Kameras bekommen. „Ich denke, bis zur Klub- Weltmeisterschaft oder dem Confederations Cup 2009 könnte es eingeführt sein. Wir sind nahe dran“, berichtete Blatter.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AP und sid
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