12.05.2006 · Neben Michael Ballack und Bixente Lizarazu wird der FC Bayern auch den früheren Nationalspieler Jens Jeremies am Samstag offiziell verabschieden. Der 32 Jahre alte Mittelfeldspieler wird seine Karriere beenden.
Der deutsche Meister FC Bayern München wird am Samstag vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Dortmund neben Michael Ballack und Bixente Lizarazu auch den ehemaligen Fußball- Nationalspieler Jens Jeremies offiziell verabschieden. Der 32 Jahre alte Mittelfeldspieler wird seine Karriere beenden, wie der Rekordmeister am Freitag bestätigte. Nach dem Spiel und der Übergabe der Meisterschale durch Ligapräsident Werner Hackmann werden die Bayern im Auto-Corso zum Empfang auf dem Münchner Marienplatz fahren.
Der sechste Meistertitel und vierte DFB-Pokalsieg waren die letzten Titel in der achtjährigen Bayern-Karriere des großen Kämpfers Jens Jeremies, der nach insgesamt fünf Knie-Operationen schon länger nur noch unter Schmerzen trainieren und spielen konnte. In dieser Saison kam der gebürtige Görlitzer noch in zwölf Bundesligaspielen als Abräumer vor der Abwehr zum Einsatz, in der Regel als Einwechselspieler. Schon vor dem Start in die WM-Saison hatte Jeremies sein Karriereende angekündigt: „Es ist doch klar, das man irgendwann den Preis dafür bezahlen muß, wenn man über die Grenzen geht und auch immer nur mit Schmerzmitteln spielt.“
„Gibt nichts zu bereuen“
250 Bundesligaspiele und neun Tore stehen für den Weltmeisterschaftszweiten von 2002 zu Buche. Für den Champions-League-Triumph 2001 setzte der Sachse sogar seine Karriere aufs Spiel: Nur zwölf Tage nach einer Knieoperation stand er im Halbfinale gegen Real Madrid wieder auf dem Platz und führte die Bayern mit seinem 2:1-Siegtreffer im Rückspiel sogar ins Mailänder Endspiel gegen den FC Valencia, das er verletzt verpaßte. „Ich war für meinen Traum, die Champions League zu gewinnen, bereit, viel zu riskieren. Deswegen gibt es von meiner Seite aus nichts zu bereuen“, sagte Jeremies rückblickend. 2002 stand er in Yokohama im WM-Finale gegen Brasilien (0:2), nach der EM 2004 beendete er nach 55 Länderspielen seine Karriere als Nationalspieler.
Jeremies wird künftig aus der Loge in der Allianz Arena aus die Spiele des FC Bayern und seines Ex-Vereins TSV 1860 München verfolgen können. Eventuell wird er auch irgendwann eine neue Aufgabe beim FC Bayern übernehmen.