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Schiedsrichter-Schelte Brands Drohgebärde bleibt ohne Folgen

26.01.2009 ·  Nach der Abreise des verletzten Spielmachers Michael Kraus von der Handball-WM in Kroatien hat Heiner Brand mehr Schutz der Spieler gefordert. „Die Verletzung ist eine direkte Folge der Pfeiferei bei diesem Turnier“, sagte der Bundestrainer.

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Sein Wutausbruch wird wohl ohne Folgen bleiben, doch nach der Abreise des verletzten Spielmachers Michael Kraus hat Heiner Brand mehr Schutz der Spieler durch die Referees gefordert. „Die Verletzung ist eine direkte Folge der Pfeiferei bei diesem Turnier“, sagte Brand und stieß damit bei der WM im kroatischen Zadar eine Schiedsrichter-Diskussion an.

Am Tag zuvor hatte der Bundestrainer mit einem aufsehenerregenden Wutausbruch nach Spielende seinem Ärger über die Schiedsrichter- Leistung Luft gemacht. Mit geballten Fäusten und in furchteinflößender Drohgebärde war er auf die slowenischen Referees Nenad Krstic und Peter Ljubic zugerannt (siehe: Handball-WM: So sauer sah man Brand noch nie).

„Ich habe noch nie jemanden geschlagen“

Diese hatten in den Schlusssekunden dreimal einen Freiwurf von Christian Schöne zurückgepfiffen und so einen möglichen Ausgleich und den damit verbundenen Einzug ins Halbfinale verhinderte. „Das war ein Ausdruck meiner Ohnmacht über die Entscheidungen, die ich noch immer nicht nachvollziehen kann, weil der Ball nie im Aus war. Ich habe noch nie jemanden geschlagen. Außerdem ist in meinem Alter die Kraft der rechten Geraden nicht mehr so stark ist, dass sie Wirkung erzielen würde“, sagte der Bundestrainer und gab zu: „Ich habe mir die Bilder heute Morgen angeschaut und war etwas erschrocken.“ Eine Bestrafung durch die IHF erwartet er aber nicht. „Ich habe ja nichts gemacht. Ich habe sie ja nicht mal beschimpft.“ Seine Ehefrau Christel erklärte der Bild-Zeitung: „Er hätte in der Situation nie im Leben zugeschlagen. Er war einfach zornig und das zurecht.“

„Es liegt kein schriftlicher Bericht vor, und ich habe auch nichts vermerkt“, sagte Christer Ahl, Vorsitzender der Regel- und Schiedsrichterkommission im Weltverband IHF, am Montag in Zadar. Allerdings schränkte der Amerikaner ein: „Das Thema wird noch diskutiert in der IHF.“

Klühspies: „Erstmal erklären, was sie da überhaupt gepfiffen haben“

Brands früherer Mitspieler Kurt Klühspies schrieb in seinem Sport-Blog bei t-online: „Meinen ehemaligen Zimmernachbarn Heiner habe ich noch nie so wütend gesehen, da hat sich über 60 Minuten reichlich Ärger angestaut.“ Der Weltmeister von 1978 bezeichnete die Schiedsrichter-Leistung in der Partie gegen Norwegen als „echten Skandal!“

Die beiden Slowenen hätten über 60 Minuten Regelauslegungen angewendet: „Die letzten Sekunden waren dann noch das Sahnehäubchen.“ Es sei in Ordnung, wenn die Schiedsrichter die Situation zurückpfeifen, da sie auf Einwurf, und nicht Freiwurf entschieden hatten. „Aber dann müssen sie auch die Zeit anhalten und den Spielern erstmal erklären, was sie da überhaupt gepfiffen haben“ (Siehe: Weltmeistertrainer Vlado Stenzel: „Dem Schiedsrichter die Macht übers Spiel nehmen“).

Brand will seine Vorwürfe mit Videos unterlegen

„Ich habe mich aber schon während der Partie wegen der Verletzung von 'Mimi' Kraus aufgeregt“, erklärteder Bundestrainer, „es ist eine grundsätzliche Frage der Regelauslegung, die man seitens der IHF überdenken sollte. Es kann nicht sein, dass Leute, die im Sprung Richtung Tor sind, von der Seite oder von hinten geschubst werden. Das ist zum einen ein Foul, zum anderen gefährliches Spiel, weil dann die Landungen unkontrolliert werden.“

So hatte sich Pascal Hens bei den Olympischen Spielen in Peking einen Bruch des Schienbeinkopfes zugezogen und war monatelang ausgefallen. Brand kündigte an, seine Vorwürfe beim Weltverband IHF mit Videos zu unterlegen. „Ich werde im Anschluss an die WM mal was zusammenstellen.“

Einsatz von Hens gegen Dänemark noch unsicher

Unterdessen ist der Einsatz von Rückraumspieler Pascal Hens im entscheidenden Hauptrundenspiel gegen Dänemark am Dienstag (17.30 Uhr/RTL und FAZ.NET Handball-WM-Live) weiter ungewiss. „Er hat eine Muskelverhärtung im Oberschenkel. Beim Gehen heute Morgen war er beschwerdefrei. Wir werden noch einen Bewegungstest machen. Aber wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, ob er spielen kann“, sagte Mannschaftsarzt Berthold Hallmaier.

Der am Montagmorgen bereits abgereiste nach Göppingen zurückgereiste Spielmacher Michael Kraus wird sich nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk in Deutschland weiteren Untersuchungen unterziehen. „Erst dann wissen wir mehr“, sagte Hallmaier (siehe: Verletzungsfall Kraus: „Medizinische Versorgung ist absolut unwürdig“).

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