21.01.2009 · Nach einer starken Leistung in der zweiten Halbzeit gewann das deutsche Handball-Nationalteam 33:23 gegen Mazedonien. Glandorf und Schöne waren die besten Torschützen. „Die Erleichterung ist natürlich sehr groß“, sagte Bundestrainer Brand.
Von Rainer Seele, VarazdinEs war ein aufregender, ein hektischer Tag für Christian Schöne, so schnell dürfte der Handballprofi von Frischauf Göppingen ihn nicht vergessen. Er flog am Mittwoch von Stuttgart nach Zagreb, daran schloss sich ein Transfer nach Varazdin an, wo Schöne gegen 13.30 Uhr eintraf.
Wenige Stunden später lief er mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft in Varazdin auf, und dass die Deutschen die Mazedonier 33:23 bezwangen, dass sie damit vorzeitig die Hauptrunde der Weltmeisterschaft in Zadar erreichten, war nicht zuletzt das Verdienst des Nachrückers aus Göppingen.
Gegen Polen nun um Punkte für die Hauptrunde
„Es lief ganz gut für mich“, sagte der Rechtsaußen, der immerhin acht Tore warf, mit der ihm eigenen Zurückhaltung. Und auch Bundestrainer Heiner Brand, der Schöne am Dienstag für den grippekranken Stefan Schröder nachnominiert hatte, konnte zufrieden sein. „Ich habe nicht die schlechteste Entscheidung getroffen.“
Der Weltmeister von 2007 trifft nun an diesem Donnerstag auf die ebenfalls für die Zwischenrunde qualifizierten Polen (17.30 Uhr, Handball WM 2009 Live: Deutschland - Norwegen), er möchte dabei weitere Punkte sammeln für die nächste Etappe der Weltmeisterschaft. Torhüter Johannes Bitter kündigte am Mittwoch in Varazdin nach dem Spiel kämpferisch an, die Mannschaft wolle jetzt noch einmal „Vollgas“ geben.
Roggisch: „Wir haben sie zermürbt“
Der Hamburger war gegen Mazedonien eine Stütze für sein Team, zumindest in der zweiten Halbzeit zeigte Bitter sich auf der Höhe. Die Deutschen waren zunächst wieder in Rückstand geraten, ihre Darbietungen bei dieser Weltmeisterschaft sind immer noch sehr wechselhaft. Erst mit Bitters Steigerung und mit einer insgesamt energisch zupackenden Deckung bekam Brands Team die Mazedonier in den Griff. Dazu erwischte auch der Nordhorner Holger Glandorf wieder einen besseren Tag; er erzielte diesmal neun Treffer.
„Wir haben sie zermürbt“, sagte Abwehrchef Oliver Roggisch über das Duell mit Mazedonien. Roggisch sah nach drei Zeitstrafen in der 54. Minute die Rote Karte und musste für den Rest des Spiels von der „Strafbank“ aus zusehen. Er nahm das allerdings gelassen hin. „Das passiert immer mal.“ (siehe auch: FAZ.NET-Schlagwurf: Ringen mit Ball) Der beste mazedonische Schütze, Kiril Lazarow, wurde ebenfalls des Feldes verwiesen (46. Minute), jedoch direkt nach einem groben Foul.
Und Schmerzen spürte Schöne auch nicht
Und Schöne? Der musste auch noch viel reden nach dem Sieg seines Teams, und man merkte ihm dabei an, dass er sich am Abend nach Ruhe sehnte. Er hatte ja besondere Strapazen auf sich nehmen müssen, und vielleicht hatte ihn auch eine gewisse Unsicherheit belastet: Er hatte schließlich zuletzt an einer leichten Entzündung an der Achillessehne gelitten.
„In den letzten Tagen habe ich eigentlich gar nichts mit dem Ball gemacht“, sagte er zu seinen Aktivitäten in der Heimat. Dafür ging er dann am Mittwoch in Varazdin mit dem Ball meist so um, wie Brand sich das gewünscht hatte. Und Schmerzen spürte Schöne auch nicht. Er wäre übrigens so oder so nach Kroatien gereist: Die Göppinger bestreiten in Zagreb ein Trainingslager. Die neue Situation dürfte Schöne besser gefallen. (siehe: Handball-WM: Polen folgt Deutschland, Russland verhindert Blamage, Spanien muss zittern )