24.01.2009 · Deutschland musste sich im ersten Hauptrundenspiel gegen Serbien mit einem Unentschieden begnügen. Dennoch hat der Titelverteidiger weiter gute Chancen auf die Qualifikation fürs Halbfinale. Ein Sieg im Spiel gegen Norwegen am Sonntag würde genügen.
Die deutschen Handballer sind bei der WM in Kroatien dank einer Energieleistung weiter auf Halbfinal-Kurs. Durch eine riesige Steigerung in der zweiten Halbzeit wendete der neu formierte Titelverteidiger die erste Turnier-Niederlage ab und erkämpfte sich am Samstag in Zadar gegen Serbien mit einem 35:35 (16:19) einen Punkt.
Durch das Remis zum Auftakt der Hauptrunde hat die weiter ungeschlagene Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) 5:1 Zähler. Mit einem Sieg an diesem Sonntag (17.30 Uhr/Handball WM 2009 Live: Deutschland - Norwegen) gegen Norwegen wäre das deutsche Team sicher fürs Halbfinale qualifiziert. (siehe: Handball WM 2009: Spielplan und Ergebnisse)
Sehr aufgeheizte Stimmung gegen die Serben
Die in Kroatien und besonders in Zadar ungeliebten Serben wurden im Sportcenter Visnjik in frostiger Atmosphäre empfangen. Während der Nationalhymne gellte ein Pfeifkonzert durch die Halle, Teile der Zuschauer setzten sich dabei demonstrativ wieder hin. Das kleine Häuflein serbischer Anhänger wurde von Sicherheitskräften und Polizisten von den anderen Zuschauern abgeschirmt.
Davon aber ließen sich die serbischen Handballer nicht beeindrucken. Dagegen erwischte die deutsche Mannschaft einen miserablen Start: In der 6. Minute lag sie bereits mit 2:5 zurück. In den ersten 30 Minuten stand die DHB-Auswahl komplett neben sich. Im Tor bekamen weder Johannes Bitter noch Carsten Lichtlein einen Ball zu fassen und parierten nur zwei von 21 Torwürfen der Serben. (siehe auch: Handball-WM: Vier Hände für Deutschland)
Erfolgreiche Aufholjagd
Und vorn verwarfen die Mannen um Kapitän Michael Kraus gleich reihenweise selbst beste Torchancen. Zudem störte die Einzeldeckung gegen Pascal Hens den deutschen Spielaufbau empfindlich. So wurde der Rückstand des Titelverteidigers Tor um Tor größer und betrug beim 8:14 (18.) erstmals sechs Treffer. Doch wie in den Partien zuvor ließ sich das deutsche Team davon nicht entmutigen und kämpfte sich zurück ins Spiel.
Bis zur Pause verkürzte sie den Rückstand auf 16:19 und setzte die Aufholjagd danach fort. Wie verwandelt kam der Weltmeister aus der Kabine. Mit der zuvor vermissten Leidenschaft und angefeuert von den deutschen, kroatischen und mazedonischen Anhängern holte die DHB-Auswahl auf und glich beim 22:22 (40.) durch Holger Glandorf erstmals aus. Der junge Martin Strobel, der für Spielmacher Kraus in die Partie kam, warf mit zwei Treffern nacheinander die deutsche Mannschaft dann gar mit 26:24 (44.) in Front.
Doch reichte auch dies noch nicht, um die Serben abzuhängen: Nur vier Minuten später lief der Titelverteidiger beim 27:29 wieder einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher, den er aber erneut aufholte und zum Remis verwandelte. (siehe auch: Handball-WM: Frankreich fast im Halbfinale - Norwegen wahrt Mini-Chance )