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32:20 gegen Algerien Als Tabellenführer in den Ruhetag

19.01.2009 ·  Die deutschen Handballer haben bei der WM in Kroatien beim 32:20 gegen Algerien ihren zweiten Sieg gefeiert. „Das heißt gar nichts“, bremste Bundestrainer Brand jegliche Euphorie und monierte: „Wir waren geistig nicht frisch.“

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Die deutschen Handballer haben sich bei der WM in Kroatien mit einem Kantersieg auf die beiden Entscheidungsspiele um den Einzug in die Hauptrunde eingeworfen. Der neu formierte Titelverteidiger deklassierte am Montag in Varazdin Algerien mit 32:20 (16:10) und übernahm dank des überraschenden Sieges von Mazedonien gegen Polen (siehe: Handball-WM: Schweden glänzt gegen Spanien) mit 5:1 Punkten die Tabellenführung in der Vorrundengruppe C. „Das heißt gar nichts“, bremste Heiner Brand jegliche Euphorie nach dem Pflichtsieg. „Wir waren geistig nicht frisch“, stellte der Bundestrainer nach dem dritten Spiel in drei Tagen fest.

Vor der Minuskulisse von nur rund 1500 Zuschauern überzeugte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gegen die überforderten und punktlosen Algerier vor allem durch Teamgeist und geduldiges Spiel. Alle Feldspieler kamen zum Einsatz, denn nach den beiden nervenaufreibenden Spielen gegen Russland (26:26) und Tunesien (26:24) konnte es sich Brand leisten, seinen Spielern einige Erholungspausen zu gönnen. Bester deutscher Torschütze war Torsten Jansen (6/4).

Hens: „Wir müssen gegen Mazedonien wieder Vollgas geben“

Nach einem Ruhetag an diesem Dienstag stehen die entscheidenden Partien um das Erreichen der zweiten Turnierphase auf dem Programm. Am Mittwoch trifft die Mannschaft auf das Überraschungsteam Mazedoniens. „Das wird ein sehr schweres Spiel“, prophezeite Brand. „Wir müssen gegen Mazedonien wieder Vollgas geben und gewinnen“, sagte Rückraumschütze Pascal Hens. Zum Abschluss der Vorrunde trifft die DHB-Auswahl in der Neuauflage des WM-Finales von 2007 auf Polen.

Kraus, der am Sonntag gegen Tunesien mit einem dicken Verband um die linke Wade 23 Minuten lang einen guten WM-Einstand nach seinem Muskelfaserriss gegeben hatte, agierte auch gegen die zweiten Nordafrikaner wieder nur als Teilzeitarbeiter. Dabei konnte er dem deutschen Angriffsspiel aber zunächst ebenso wenig konstruktive Akzente geben wie sein 22 Jahre alter Stellvertreter Martin Strobel. Im zweiten Durchgang spielten beide auch nebeneinander im Rückraum, als Kraus Pascal Hens auf Halblinks ersetzte.

„Unangenehm gegen so eine Mannschaft“

Vor allem im ersten Durchgang fehlten flüssige Kombinationen gegen die offensive Deckung des Dritten der Afrikameisterschaft, die Tore fielen meist aus Einzelaktionen. So sorgte der Nordhorner Holger Glandorf mit vier Treffern in den ersten neun Minuten fast im Alleingang für die frühe Führung (5:2). Die wuchs danach stetig an, und selbst Abwehrchef Oliver Roggisch trug sich erstmals in die Torschützenliste ein. Richtig aufs Tempo aber konnte die deutsche Mannschaft nicht drücken, weil die Algerier fortwährend hielten und klammerten. „Die hingen immer immer an dir wie die Kletten“, meinte Hens. Doch davon ließen sich die Mannen um Kapitän Kraus nicht provozieren. Mit Geduld im Angriff und energischer Deckung enteilte der Titelverteidiger zu Beginn der zweiten Halbzeit auf 21:11 (37.).

Nach dem 25:12 (43.) wechselte der Bundestrainer mehrmals die Formation und gab auch den bisher weniger eingesetzten Spielern Bewährungschancen. „Mit zwölf Toren gewonnen, da können wir zufrieden sein“, meinte Pascal Hens abschließend, der froh war, als das Spiel gegen die Algerier überstanden war: „Es ist unangenehm gegen so eine Mannschaft: Ich spiele lieber gegen eine 6:0-Deckung.“

Deutschland - Algerien 32:20 (16:10)
Deutschland: Bitter (HSV Hamburg), Lichtlein (TBV Lemgo) - Hens (HSV Hamburg) 2, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen) 1, Klein (THW Kiel) 3, Müller (TV Großwallstadt) 2, Strobel (TBV Lemgo) 1, Preiß (TBV Lemgo) 1, Tiedtke (TV Großwallstadt) 4, Glandorf (HSG Nordhorn) 5, Jansen (HSV Hamburg) 6/4, Kraus (TBV Lemgo) 2, Kaufmann (TBV Lemgo) 2, Schröder (HSV Hamburg) 3
Algerien:
Rabir, Kerbouche - Omar Chehbour 2, Benkahla, Boudrali 1, Labane, Bouakaz, Boultif 3, Layadi 2, Riad Chehbour 3, Berriah 8, Toum 1, Yahia
Schiedsrichter: Krstic/Ljubic (Slowenien)
Zeitstrafen: 6:4
Zuschauer in Varazdin: 1500

Quelle: FAZ.NET
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