09.08.2005 · Bei einem in Pakistan festgenommenen Terrorverdächtigen sind Pläne von deutschen, italienischen und britischen Städten aufgetaucht. Erst vor wenigen Tagen hatte Usama Bin Yousaf nach Deutschland telefoniert.
Pakistanische Sicherheitskräfte haben nach einem Medienbericht einen mutmaßlichen Al-Qaida-Angehörigen gefaßt, der Pläne von Städten in Deutschland, Italien und Großbritannien besaß.
Die pakistanische Zeitung „Daily Mail“ berichtete am Dienstag unter Berufung auf Geheimdienstquellen, Usama Bin Yousaf sei am Sonntag in der Stadt Faisalabad festgenommen worden. Am Samstag habe er zwei lange Telefonate nach Deutschland geführt. Am Donnerstag habe er in Großbritannien, am Freitag in Italien angerufen.
Keine Hinweise auf geplante Anschläge
Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen verlautete, der Mann habe keine Begründung dafür genannt, warum er die vier Stadtpläne auf seinem Computer gespeichert hatte. Um welche Städte es sich handelte, wollte der Gewährsmann des Geheimdienstes nicht sagen. Hinweise auf geplante Anschläge hätten die Ermittler zunächst nicht entdeckt.
Der Gewährsmann sagte, das Telefon des Verdächtigen sei abgehört worden, nachdem seine Nummer bei dem am 2. Mai festgenommenen Abu Farraj Al Libbi entdeckt worden war. Der Libyer gilt als Nummer 3 des Terrornetzes Al Qaida. Er wurde im Juni an die Vereinigten Staaten ausgeliefert.
Maschinenpistolen, Munition, Granaten
Nach dem Zeitungsbericht soll Yousaf beim Verhör angegeben haben, 1992 in Afghanistan ein Guerilla-Training absolviert zu haben. Im Kampf sei er 1993 verwundet worden, anschließend nach Pakistan zurückgekehrt. Zwei Jahre später sei er wieder nach Afghanistan gereist und dort Al-Qaida-Führern vorgestellt worden.
Neben den Landkarten seien bei der Festnahme zwei Maschinenpistolen, Munition, Granaten, Kreditkarten, ein Computer und CDs beschlagnahmt worden. Eine Sprecherin des Bundesnachrichtendienstes in Berlin sagte am Dienstag, man habe keine Erkenntnisse zu einer entsprechenden Festnahme.