14.07.2006 · Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen Mamoun Darkazanli eingestellt. Der Deutsch-Syrer soll zwar einzelne Mitglieder der Hamburger Al-Qaida-Zelle gekannt, die Anschläge vom 11. September 2001 jedoch nicht unterstützt haben.
Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den Deutsch-Syrer Mamoun Darkazanli eingestellt. Der Terrorverdacht gegen den Hamburger Kaufmann habe sich nicht bestätigt, teilte die Karlsruher Behörde am Freitag mit. Es hätten sich keine Verdachtsmomente dafür ergeben, daß Darkazanli an Terroranschlägen der Al Qaida mitgewirkt oder die Gruppe um den Hamburger Selbstmordpiloten Mohammed Atta unterstützt habe.
Das Bundesverfassungsgericht hatte im Juli 2005 auf eine Verfassungsbeschwerde Darkazanlis, der damit seine Auslieferung nach Spanien verhindert wollte, das deutsche Gesetz zum EU-Haftbefehl gekippt. Seither ist er auf freiem Fuß und lebt nach Angaben seines Anwalts in Hamburg.
Nicht ins „enge Beziehungsgeflecht“ der Gruppe eingebunden
Nach den Erkenntnissen der Karlsruher Ermittler hat Darkazanli zwar einzelne Mitglieder der „Hamburger Zelle“ gekannt, die die Anschläge des 11. September 2001 mit vorbereitete und ausführte. Allerdings sei nicht festgestellt worden, daß er in das „enge Beziehungsgeflecht“ der Gruppe eingebunden gewesen sei. Auch seine Kontakte zur spanischen Al-Qaida-Zelle seien nach deutschem Recht nicht strafbar.
Zwar fungierte Darkazanli den Ermittlern zufolge zwischen 1993 und 1998 als Ansprechpartner verschiedener Al-Qaida-Verantwortlicher und war in die unternehmerischen Aktivitäten des Terrornetzwerks eingebunden. Dies sei allerdings nicht als Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung einzustufen.