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Jüngste Terrorwarnungen „Man muss mit Anschlägen rechnen“

05.10.2010 ·  Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, nimmt die aktuellen Warnungen vor Terroranschlägen in Deutschland sehr ernst. Hierzulande lebten derzeit rund 40 Extremisten, die - in Terrorlagern ausgebildet und radikalisiert - bereit seien, Anschläge zu verüben.

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Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, nimmt die aktuellen Warnungen vor Terroranschlägen in Deutschland sehr ernst. „Man muss mit Anschlägen rechnen“, sagte Freiberg der „Passauer Neuen Presse“.

Er verwies darauf, dass die Reisen von Islamisten aus Deutschland in Ausbildungslager in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion stark zugenommen hätten. Ein großer Teil sei auch zurückgekehrt und lebe jetzt hier, sagte Freiberg. „Das ist eine große Gefahr für uns.“

„Hoffen, dass wir die Richtigen im Auge haben“

Der GdP-Vorsitzende sagte, dass in Deutschland derzeit rund 40 Menschen lebten, die sich in Terrorlagern aufgehalten hätten. Diese seien kampferfahren, radikalisiert und bereit, Anschläge zu verüben. Die Polizei sei nicht in der Lage, alle Gefährder zu überwachen. „Eine Rund-um-die-Uhr-Beobachtung ist aus Personalmangel nicht möglich“, beklagte er. Daher könne die Polizei „immer nur hoffen, dass wir die Richtigen im Auge haben und Anschläge nicht von anderen kommen“. Es gebe hierzulande über hundert „islamistische Gefährder“, sagte Freiberg.

Vergangene Woche waren Geheimdiensthinweise publik geworden, wonach das Terrornetz Al Qaida Anschläge in Deutschland, Großbritannien und Frankreich plane. Der amerikanische Fernsehsender Fox News berichtete, Islamisten hätten in Berlin das Luxus-Hotel Adlon am Brandenburger Tor, den Hauptbahnhof und den Fernsehturm als mögliche Ziele ausgewählt haben. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat jedoch vor Panikmache gewarnt. Es lägen „gegenwärtig keine konkreten Hinweise auf unmittelbar bevorstehende Anschläge in Deutschland vor“, sagte er am Montag in Berlin.

Reisewarnhinweise für Europa

Nach den Vereinigten Staaten und Japan hat auch Australien seine Bürger bei Reisen nach Europa zur Vorsicht gemahnt. Das australische Außenministerium veröffentlichte am Dienstag aktualisierte Reisehinweise für mehr als 30 europäische Länder, in denen vor möglichen Terroranschlägen auf öffentliche Verkehrsmittel und Sehenswürdigkeiten gewarnt wird. Die Gefahrenstufe für Europareisen ließ Australien aber unverändert.

Auch das amerikanische Außenministerium hatte in der vergangenen Woche Reisende nach Europa zur Vorsicht gemahnt. Der Reisewarnhinweis basiere auf einer „wachsenden Menge an Informationen über Terrorpläne“ in Europa, heißt es laut Nachrichtenagentur AFP in Washington. Konkrete Hinweise auf Zeitpunkt und Ort möglicher Anschläge lägen aber nicht vor.

Medienberichten zufolge stammt ein Teil der jüngsten Informationen zu möglichen Anschlagsplänen in Europa von dem deutschen Islamisten Ahmed S., der auf der amerikanischen Militärbasis Bagram in Afghanistan festgehalten und verhört wird.

In Pakistan sollen am Montag acht deutsche Islamisten getötet worden sein. Zwei vermutlich von einer amerikanischen Drohne abgefeuerte Raketen seien in einer Moschee in Mirali in Nord-Waziristan eingeschlagen, in der sich die Deutschen aufgehalten hätten. Das berichten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Informationen aus der pakistanischen Regierung und dem pakistanischen Geheimdienst.

Rund 60 Islamisten mit deutscher Staatsbürgerschaft sollen sich in der unwegsamen Stammesregion zum Training in Terrorcamps aufhalten. Die allermeisten hätten Verbindungen zur terroristischen Islamischen Dschihad-Union. (Siehe auch: Acht deutsche Islamisten in Pakistan getötet)

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