25.04.2008 · Weltausstellungen haben stark an Strahlkraft verloren. Kein Wunder, wenn sie an Weltstädte wie Hannover, Aichi, Daejon oder Spokane vergeben werden. Dass es nicht immer so gewesen ist, zeigen unsere Internet-Tipps.
Von Jakob Strobel y SerraKann sich noch jemand daran erinnern, wann die Expo in Hannover war? Und ist irgendetwas von ihr im Gedächtnis hängengeblieben außer der Pinkelaffäre, mit der das Oberhaupt des Hauses Welfen einmal mehr den beklagenswerten Zustand der deutschen Hocharistokratie unter Beweis stellte? Schweigen. Leere. Weltausstellungen haben eben stark an Strahlkraft verloren, was auch kein Wunder ist, wenn sie an Weltstädte wie Hannover, Aichi, Daejon oder Spokane vergeben werden.
Dass es nicht immer so gewesen ist, kann man auf der Homepage des Bureau International des Expositions nachlesen, der Weltausstellungsdachorganisation (www.bie-paris.org). Hier erfährt man vieles über Reglement, Philosophie und Procedere, frühere, gegenwärtige und künftige Gastgeber der Expos - 2008 ist übrigens die aragonesische Megacity Zaragoza dran (www.zaragozaexpo2008.es).
Schmökern in der Historie
Einen hervorragenden historischen Überblick über sämtliche Weltausstellungen bekommt man auf der Website www.expo2000.de, einer Hinterlassenschaft der Expo Hannover. Deutlich bescheidener ist das virtuelle Weltausstellungsmuseum www.expomuseum.com, eine handgestrickte Seite mit allerlei Memorabilia wie Postern und Briefmarken.
Postkarten, Fotografien und Pläne von den Weltausstellungen bis 1970 sowie Dutzende interessanter Essays findet man bei www.lib.umd.edu. Noch ausführlicher ist das virtuelle Literaturverzeichnis der Heidelberger Universität zu den Weltausstellungen im neunzehnten Jahrhundert (www.ub.uni-heidelberg.de); zum Schmökern schön sind die vielen graphischen Werke, die hier gezeigt werden.
Bisher eine Weltausstellung in Deutschland
Solchen Aufwand darf man bei der Seite www.suchmuchmedia.com nicht erwarten. Sie stellt einige wichtige Expos kurz in Wort und Bild vor und listet alle anderen chronologisch und nach Ländern geordnet auf. Verblüfft lesen wir, dass Deutschland bisher eine einzige Weltausstellung beherbergen durfte, weniger als Irland, Belgien oder Schottland. Deswegen werden wir künftig die Hannoveraner Expo 2000 noch höher hochachten als bisher schon.