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Internet-Tipps www.bahnhöfe

12.10.2007 ·  Bahnfreunde erfahren im Internet, was Deutschlands Bahnhöfe zu bieten haben. Aber wie sieht es im Rest Europas aus? Reisen Sie mit uns zu einem Ort Ihrer Wahl und schauen Sie sich um. Es gibt sicher mehr zu entdecken als die Abfahrtstafel.

Von Jakob Strobel y Serra
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Eisenbahnfreunde in Italien erzählen sich gerne diese Geschichte: Als in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts die ersten Züge durch Europa dampften, weigerte sich Papst Gregor XVI. standhaft, in seinem damals noch stattlichen Vatikanstaat mit dem Fortschritt Schritt zu halten. Als Gregor starb und ihm der Weg in den Himmel weit wurde, sagte Petrus zu ihm: Hättest du mal die Eisenbahn gebaut, wie man es dir so oft vorgeschlagen hat, dann wärest du längst im Paradies.

Die Episode kann man auf der Privatseite eines Eisenbahnfreundes nachlesen (www.gottfried-holzer.privat.t-online.de), der sich als einer der wenigen im Internet einigermaßen ausführlich mit der Geschichte der Eisenbahn im Allgemeinen und der Bahnhöfe im Besonderen beschäftigt. Sonst erfährt man dort erstaunlich wenig über Bahnhöfe.

Düsternis in Frankreich

Eine Ausnahme macht die Deutsche Bahn (www.bahnhof.de), die ihre sämtlichen 5400 Stationen mit großer Liebe zum schematischen Detail präsentiert. Man erfährt alles über die Einrichtungen und Dienstleistungen vom „personenbedienten Fahrkartenverkauf“ über Parkplätze, Toiletten, Fahrradständer, Notrufsäulen, Schließfächer bis zum behindertengerechten Zugang. Dazu gibt es Umgebungskarten, Links zu Google Maps, Fahrpläne, Informationen über den drahtlosen Internetzugang und bei größeren Stationen Auskünfte zu Gastronomie, Geschäften und Sicherheitseinrichtungen.

Für alle Interessierten: Im Frankfurter Hauptbahnhof findet man neben Bäckereien, Fleischereien, Confiserien und Parfümerien auch einen Laden namens „Take it“ für „niedrigpreisige Mitnahmeartikel“. Da können die Österreicher (www.oebb.at) und Schweizer (www.sbb.ch) nicht mithalten. Auf ihren Webpages muss man sich mühsam über die Unterseiten „Personenverkehr“ und „Rund ums Reisen“ oder „Reisen“, „Reisemarkt“ und „Services“ zu den Bahnhöfen durchklicken - und findet dann nichts Erhellendes. Noch düsterer sieht es bei den Franzosen aus (www.sncf.com).

Auf der Website www.bahnbilder.de gibt es Hunderte Bahnhofsfotos von Ägypten bis Weißrussland. Je länger man allerdings die trostlosen Bilder betrachtet, desto größer wird die Hochachtung vor Papst Gregor. Das war kein dummer Mann.

Quelle: F.A.Z., 11.10.2007, Nr. 236 / Seite R4
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Jahrgang 1966, Redakteur im „Reiseblatt“.

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