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Lokführer Schell: „Der Tarifvertrag ist fertig“

30.01.2008 ·  Nach monatelangem Tauziehen ist der Tarifstreit bei der Deutschen Bahn endgültig beendet. GDL-Chef Manfred Schell sprach von einem „historischen Tag“ für die Lokführer. Die Bahn hat die Einigung bestätigt: Der Tarifvertrag stehe.

Von Melanie Amann
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Nach einem mehr als zehn Monate dauernden Arbeitskampf haben sich die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL am Mittwoch in Berlin auf einen Tarifvertrag geeinigt. „Der Tarifvertrag ist fertig“, sagte der GDL-Vorsitzende Manfred Schell am Mittwochabend in Berlin. „Es fehle nur noch die Unterschrift. An diesem Donnerstag könnten die Verhandlungspartner den Vertrag „paraphieren“, die endgültige Unterschrift werde „zeitnah erfolgen“, sagte Schell. „Der Tarifvertrag für die Lokführer steht“, erklärte auch die Bahn.

Vorher müssen noch wichtige Detailfragen zum Geltungsbereich des Vertrags geklärt werden, über die sich die Bahn und die GDL am Mittwoch auch in sechsstündigen Verhandlungen nicht einigen konnten. So ist offen, ob auch die zum 1. Januar neu eingestellten Lokführer oder die Lokführer der DB Zeitarbeit von dem Abschluss profitieren werden. Ungeklärt ist auch, ob die etwa 3000 Rangierführer der Bahn zur Tarifgruppe der Lokführer gehören werden, oder ob sie - wie die Bahn es verlangt - in die Gruppe der Rangierer eingeordnet werden. Dies hängt davon ab, welche Gewerkschaft künftig für diese Berufsgruppe zuständig sein wird: die GDL oder ihre Konkurrenzgewerkschaften Transnet und GDBA. Diese Frage soll in einem Gespräch der drei Gewerkschaftsvorsitzenden geklärt werden.

Künftig sollen Kämpfe an zwei Fronten verhindert werden

Die Bahn macht einen verbindlichen Tarifabschluss davon abhängig, dass ihre zerstrittenen Hausgewerkschaften ein Kooperationsabkommen schließen. So will der Konzern verhindern, in künftigen Tarifkonflikten wieder an zwei Fronten zu kämpfen. In den vergangenen Monaten sah sich der Konzern eingezwängt zwischen einerseits GDBA und Transnet, mit denen bereits ein Tarifvertrag geschlossen worden war, und andererseits der GDL, die eine eigene Verhandlungsstrategie verfolgte.

Auf die Eckpunkte eines „eigenständigen Tarifvertrags“ für die Lokführer hatten sich die Verhandlungspartner schon am 12. Januar geeinigt. Danach erhalten die Lokführer eine Einmalzahlung von 800 Euro, außerdem wird ihr Gehalt bis Ende Januar 2009 in zwei Stufen auf bis zu elf Prozent steigen. Von Februar 2009 an soll zudem ihre Arbeitszeit von 41 auf 40 Wochenstunden reduziert werden.

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Jahrgang 1978, Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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