18.03.2008 · Dass der Lokführerstreik das Ergebnis der Bahn belasten würde, hatte schon länger im Raum gestanden. Nun verlautet aus Unternehmenskreisen, dass die Bahn ihr Gewinnziel für 2007 knapp verfehlt hat. Schuld sein soll tatsächlich der harte Arbeitskampf.
Wegen der Lokführerstreiks hat die Deutsche Bahn ihr Ergebnisziel 2007 nach Angaben aus Unternehmenskreisen knapp verfehlt. Nach Steuern und Zinsen habe der Konzern ein Betriebsergebnis von 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet, 300 Millionen mehr als im Vorjahr, sagte am Dienstag eine mit den Zahlen vertraute Person.
In ihrer Mittelfristplanung war die Bahn allerdings noch von 1,64 Milliarden Euro ausgegangen. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag den Angaben zufolge mit 2,5 Milliarden Euro ebenso im Plan wie der Umsatz mit rund 31 Milliarden Euro. Ein Bahnsprecher wollte sich zu diesen Zahlen nicht äußern.
Bahn rechnet mit schwächerer zweiter Jahreshälfte
Im laufenden Jahr rechne der Konzern für die ersten sechs Monate mit einer ordentlichen Entwicklung, dann aber wegen des Konjunkturabschwungs mit einer schwächeren zweiten Jahreshälfte, hieß es weiter. Laut Mittelfristplanung soll 2008 das Betriebsergebnis nach Steuern und Zinsen auf 1,8 Milliarden Euro steigen, das operative Ergebnis auf 2,65 Milliarden Euro. Die Mehrkosten durch die Lohnerhöhungen beziffere die Bahn für 2008 auf 350 Millionen Euro, die bisher noch nicht eingeplant seien. Um dieses Geld wieder hereinzuholen, habe der Konzern einen Ausgabenstopp verhängt, der jedoch als qualifizierte Ausgabensteuerung umschrieben werde. Dies könne sich etwa bei Dienstreisen und Beschaffungsvorhaben bemerkbar machen.
Bei der Aufschlüsselung nach Sparten sei erstaunlich, dass die Bahn mit dem staatlich hoch subventionierten Netz 200 Millionen Euro erwirtschaftet habe, hieß es. Der Schienengüterverkehr bei Railion liege dagegen mit einem Ergebnis von 230 Millionen Euro wegen der Streiks unter Plan. Größter Gewinnbringer sei der Regionalverkehr mit 640 Millionen Euro gewesen, während der prestigeträchtigere Fernverkehr lediglich 115 Millionen Euro beigetragen habe.
Die Spedition Schenker habe 380 Millionen Euro erwirtschaftet, der Stadtverkehr 140 Millionen, die Bahnhöfe 80 Millionen. Mit Dienstleistungen habe der Konzern 125 Millionen Euro verdient, weitere 145 Millionen habe die Energie-Sparte beigetragen. Unter dem Posten Sonstiges habe der Konzern ein Minus von 400 Millionen Euro verbucht, hieß es weiter. Dies habe unter anderem mit Immobilienverlagerungen und höheren Rückstellungen für den internen Arbeitsmarkt des Unternehmens zu tun.
Grund für Fahrpreiserhöhung?
Jörg Thon (Apfel05)
- 18.03.2008, 18:33 Uhr