Die Bahnkunden können aufatmen. Mit der Einigung im Tarifkonflikt bei der Bahn ist die Zeit permanent drohender Streiks vorbei. Auch die Lokführer dürfen zufrieden sein. Sie erhalten elf Prozent mehr Geld und brauchen eine Stunde weniger zu arbeiten.
Bahn-Chef Hartmut Mehdorn muss den Kompromiss begrüßen. Sein Eigentümer hat ihn mit sanftem Druck zur Unterschrift genötigt. Und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee ist glücklich. Er hat endlich seinen lange vermissten politischen Erfolg. Dafür nahm er in Kauf, das herkömmliche Verständnis von Tarifautonomie extrem zu dehnen.
Doch wer genauer hinschaut, sieht, wie aus Siegern ganz leicht Verlierer werden können. Die Lokführergewerkschaft hat zwar ein zweistelliges Lohnplus erreicht, war aber mit einer 30-Prozent-Forderung gestartet.
Nach schwieriger ist die Bilanz des Bahn-Vorstands. Die Lohnerhöhung lässt die Kosten stärker steigen als geplant. Der Fast-Monopolist mit Privatisierungsambitionen wird die Bahnpreise entsprechend anpassen. Das trifft die Bahnkunden.
Deren Unmut dürfte auf Tiefensee zurückfallen. Ob er dann noch so stolz wie heute auf seine Geburtshilfe sein wird?
Ob er dann noch so stolz auf seine Geburtshilfe sein wird?
Peter Zentner (Caterwaul)
- 14.01.2008, 00:23 Uhr
Provinzpolitiker
Peter A. Bosch (pbosch)
- 14.01.2008, 18:36 Uhr
