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Der Berater der Kanzlerin im Interview „Nun stimmt die Richtung“

09.06.2007 ·  Einer der beiden Klimaschutz-Berater von Angela Merkel ist Lars G. Josefsson, der Vorstandsvorsitzende des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall. Im Interview bilanziert er die klimapolitischen Ergebnisse des Weltwirtschaftsgipfels.

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Einer der beiden Klimaschutz-Berater von Angela Merkel ist Lars G. Josefsson, der Vorstandsvorsitzender des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall. Im Interview bilanziert er die klimapolitischen Ergebnisse des Weltwirtschaftsgipfels.

Hilft der Kompromiss von Heiligendamm dem Klima?

Auf jeden Fall. Ich kann Frau Merkel nur gratulieren. Sie hat einen echten Durchbruch geschafft, das ist ein großer diplomatischer Erfolg. Sie hat die Tür zu einem Klimaschutzabkommen, das auf das Kyoto-Protokoll folgt, weit aufgestoßen.

Sind Sie nicht ein wenig zu optimistisch?

Ich bin überzeugt, dass man in der Rückschau erkennen wird, dass Heiligendamm ein entscheidender Wendepunkt hin zum langfristigen globalen Klimaschutz gewesen ist. Wir werden uns an diesen Gipfel als den Augenblick erinnern, da Amerika den Klimaschutz zu seiner Sache gemacht hat.

Die Kanzlerin hat doch allenfalls einen Teilerfolg errungen. Es ist ihr nicht gelungen, konkrete Reduktionsziele zu vereinbaren.

Das sehe ich anders. Zum einen: Gemessen an dem, was vor zwei Jahren noch für möglich gehalten wurde, muss man nun von dem Durchbruch von Heiligendamm sprechen: Die größten Industrienationen bekennen sich zu Verantwortung und Führung beim Klimaschutz. Nun stimmt die Richtung. Es wird einen Prozess im Rahmen der Vereinten Nationen geben, in den auch Amerika eingebunden ist. Dieses Signal wird in der Welt gehört und verstanden. Zum anderen: Es gibt eine klare Ankündigung einzelner G-8-Staaten, den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren. In den Verhandlungen für das Kyoto-Nachfolgeabkommen müssen diese Ziele jetzt genauer festgelegt werden.

Was müssen die Umweltminister tun?

Sie müssen das Nachfolgeabkommen zügig verhandeln. Wir brauchen eine Einigung bis 2009. Im übrigen gilt: Jede Regierung muss sich die Frage stellen, ob sie genug für den Klimaschutz tut.

Auch die deutsche Regierung?

Ich glaube, dass hier schon sehr viel getan wird, im Vergleich mit anderen Staaten.

Wird es einfacher werden, auch Staaten wie China einzubeziehen?

Eindeutig ja. Ich habe in den vergangenen Monaten mit vielen Vertretern auch aus den großen Schwellenländern gesprochen. Dort wächst die Einsicht, dass man mehr für den Klimaschutz tun muss. Wie Sie wissen, führe ich die Wirtschaftsinitiative 3C, Combat Climate Change. Das ist eine Gruppe großer Unternehmen aus vielen Wirtschaftsregionen der Welt, die sich zu ambitioniertem Klimaschutz bekennen. Darunter sind europäische und amerikanische Firmen, seit Neuestem haben wir auch Partner aus Indien und China. Wir werden auch als Unternehmen den globalen Klimaschutzprozess weiter vorantreiben.

Sie vertreten selbst einen großen Stromproduzenten und sind damit mit für den hohen Ausstoß an Kohlendioxid verantwortlich, den ihre Braunkohlekraftwerke in Ostdeutschland produzieren.

Wir wissen das. Und deshalb suchen wir technische Lösungen, die Emissionen zu begrenzen. Auch hier setzt die Klimaerklärung die Schwerpunkte klug, indem sie die Technologie als Schlüssel zur Bekämpfung des Klimawandels hervorhebt.

Sie meinen die Technologie zur Abspaltung des Kohlendioxids bei der Kohleverbrennung – von der man bislang nicht weiß, ob sie technisch und ökonomisch machbar sein wird?

Genau deshalb erprobt Vattenfall das. Deshalb ist es auch gut, dass die G-8-Staaten die Forschung für eine emissionsfreie Verstromung von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen ausweiten.

Die Fragen stellte Andreas Mihm.

Quelle: F.A.Z.
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