09.08.2009 · Der ehemalige Continental-Chef Manfred Wennemer hat den Conti-Großaktionär Schaeffler scharf angegriffen. Das Familienunternehmen verstoße gegen den Geist der Investorenvereinbarung; es liege nun an den Aufsichtsräten, das Allerschlimmste zu verhindern.
Der ehemalige Continental-Chef Manfred Wennemer hat den Conti-Großaktionär Schaeffler scharf angegriffen. Das Familienunternehmen verstoße gegen den Geist der Investorenvereinbarung; es liege nun an den Aufsichtsräten, das Allerschlimmste zu verhindern, wurde Wennemer vom „Spiegel“ zitiert. Er hoffe, dass sie die Aufsichtsräte „nicht zu Stimmgebern für die Familie Schaeffler degradieren lassen“.
Parallel sei es notwendig, dass Conti einen „kompetenten, unabhängigen und allseits geachteten Aufsichtsratsvorsitzenden bekommt“, verlangte Wennemer. Das Beste sei es, wenn die Position neu besetzt würde. Der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Koerfer ist zugleich enger Berater der Familie Schaeffler, die auf der letzten Sitzung des Gremiums versucht hatte, Wennemers Nachfolger bei Conti, Karl-Thomas Neumann, abzulösen. Damit war sie aber am Widerstand der Arbeitnehmervertreter gescheitert, ein neuer Versuch soll am kommenden Mittwoch stattfinden.
Wennemer forderte die Banken auf, sich stärker einzumischen und der Familie Schaeffler zu sagen, was zu geschehen habe. „Die Banken sitzen am langen Hebel, sie müssen ihn endlich bewegen“, forderte er. Wenn man die Zahlen betrachte, dann gehöre Schaeffler eindeutig den Banken und nicht mehr der Familie. Die Familie habe „alles verloren, was zu verlieren war, ihr bisheriges Vermögen und ihre Reputation“. Sie „müsste das endlich akzeptieren und versuchen, daraus das Beste für Schaeffler und Continental zu machen“.