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Autozulieferer Conti und Schaeffler im Rollentausch

20.05.2009 ·  Conti-Aktien legten am Mittwoch an der Börse kräftig zu. Bereits Ende April war bekannt geworden, dass es - ähnlich wie im Fall Volkswagen und Porsche - einen überraschenden Rollentausch geben könnte: Diskutiert wird über eine Fusion unter der Führung von Conti. Ein Medienbericht stützt die Erwartung abermals.

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Die Aktien des Autozulieferers Conti legen heute an der Börse kräftig zu. Bereits Ende April war bekannt geworden, dass es einen Rollentausch geben könnte (siehe Continental könnte bald Schaeffler führen): Diskutiert wird nun über einen Zusammenschluss der beiden Konzerne unter der Führung von Conti. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wullf hatte Ende April gegenüber der F.A.Z. durchblicken lassen, dass die Variante „nachvollziehbar“ sei.

Ein Medienbericht facht die Erwartung nun abermals an. Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ lotet derzeit die Beratungsgesellschaft Roland Berger im Auftrag einer Gruppe von Geldgebern unter Führung der Commerzbank einen Zusammenschluss der beiden Unternehmen aus. Die Berater nähmen derzeit Einblick in die Bücher beider Unternehmen. „Die Integration ist ebenfalls eine Option, die wir prüfen“, sagte ein Schaeffler-Sprecher am Mittwoch. „Zur Begleitung dieses Prozesses haben beide Unternehmen gemeinsam einen externen Berater mandatiert.“

Conti-Aktien deutlich im Plus

An der Börse schossen die Conti-Aktien in die Höhe. Die im Nebenwerteindex MDax enthaltenen Titel lagen am Vormittag 13 Prozent im Plus bei 22,50 Euro. „Um die Überschuldung bei Schaeffler zu verringern, muss etwas Radikales passieren“, sagte eine Person aus dem Umfeld der Gläubigerbanken der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Schaeffler Gruppe war durch die geplante Übernahme von Conti in massive finanzielle Schwierigkeiten geraten. Den fränkischen Wälzlagerhersteller drückt eine Schuldenlast von elf Milliarden Euro. Bei dem diskutierten „Reverse Takeover“ würde die rund elf Milliarden Euro schwere Schuldenlast der Franken auf Conti übergehen.

Bei Schaeffler und Conti zeichnet sich damit eine ähnliche Entwicklung ab wie im Fall von Porsche und VW. Der Stuttgarter Sportwagenbauer hat durch die geplante Übernahme von Volkswagen einen Schuldenberg von neun Milliarden Euro angehäuft, weswegen die Porsche-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch jetzt den Plan einer Fusion des wesentlich größeren VW-Konzerns und Porsche vorantreiben (siehe auch Wie Porsche eine Marke unter anderen wurde).

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