25.02.2006 · Der Präsident des Deutschen Skiverbandes, Hörmann, hat sich für eine deutsche Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 ausgesprochen und ist dafür von NOK-Präsident Steinbach zurückgepfiffen worden.
Der Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), Alfons Hörmann, hat sich für eine deutsche Bewerbung mit München um die Olympischen Winterspiele 2018 ausgesprochen und ist dafür erst einmal von höchster Stelle zurückgepfiffen worden.
„Ich habe für die Emotionen von Herrn Hörmann sehr viel Verständnis nach 18 Medaillen für den Deutschen Ski-Verband“, sagte Klaus Steinbach, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), am Samstag in Turin. „Aber wir haben eine Präsidialkommission eingerichtet, die sich mit möglichen Olympiabewerbungen beschäftigt.“
„Sehr, sehr gut vorbereiten“
Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wollte von weiteren Diskussionen nichts wissen. „Die Bundesregierung wird sich mit einer solchen Frage beschäftigen, wenn der Sport mit einem geschlossenen Votum auf uns zukommt“, sagte der CDU-Politiker bei seinem Olympiabesuch. Außerdem, so Steinbach, gebe es auch die Möglichkeit, daß sich Deutschland für Sommerspiele bewerbe. „Das Internationale Olympische Komitee steht einer Bewerbung von Olympischen Spielen in Deutschland sehr offen gegenüber“, sagte der NOK-Präsident. „Aber so etwas muß nach zwei gescheiterten Bewerbungen sehr, sehr gut vorbereitet sein und auf breiten Schultern getragen werden. Bei einer Olympiabewerbung gibt es kein Gold, Silber und Bronze.“
„Man muß kritisch darüber nachdenken, ob Olympische Spiele in Deutschland eher über den Winter als den Sommer realisiert werden können“, hatte Hörmann zuvor anregt. Zuletzt war Leipzig bei der Bewerbung um die Sommerspiele 2012 gescheitert. Das NOK entschied danach, sich mit München nicht um die Winterspiele 2014 zu bewerben. Nach Angaben Steinbachs müsse man bei einer Bewerbung einen Vorlauf von etwa zehn Jahren einkalkulieren. Immer sieben Jahren vor der Ausrichtung von Sommer- und Winterspielen gibt das IOC den Zuschlag.
Hörmann schlug ein Konzept mit München als Zentrum sowie den großen Wintersportzentren am Alpenrand vor. „Garmisch-Partenkirchen ist Pflicht, Berchtesgaden und Oberstdorf könnten noch dazu kommen. Das wären die preisgünstigsten Spiele, die es jemals gab, da alle Anlagen vorhanden sind“, erklärte der DSV-Chef. „Deutschland wird mehr und mehr zur Wintersport-Nation.“