27.02.2006 · Italien atmet auf und sieht sich über jeden Zweifel erhaben. Nach der Schlußfeier der XX. Olympischen Spiele jubelten die Medien des Landes über ein gelungenes Ereignis, die effiziente Organisation, Pünktlichkeit und gute Stimmung.
Italien liegt sich in den Armen, atmet auf und sieht sich über jeden Zweifel erhaben: Die XX. Olympischen Winterspiele in Turin waren „ein Triumph“. Nach der Schlußfeier sprachen die Medien des Landes ohne Abstriche von einem rundum gelungenen Ereignis, von effizienter Organisation, Pünktlichkeit und guter Stimmung.
Den Stolz des Landes bringt die Zeitung „La Gazzetta dello Sport“ am Montag in Balkenlettern auf den Punkt: „Seht her, Welt: Italien kann auch dies.“ Nicht mal ein Hauch von Kritik kam auf: Die halb leeren Tribünen, der mangelnde Enthusiasmus, Verkehrsprobleme - nach dem Finale furioso war alles vergessen. „Zwei Wochen lang hat man von einem heiteren und effizienten Italien gesprochen, von einem organisierten und pünktlichen Italien“, schwärmte die Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“. Trotz mancher Kritik, nicht zuletzt von deutschen Funktionären und Sportlern: Alles in allem ging das Großereignis in Turin ohne größere Zwischenfälle und Pannen über die Bühne.
Heiter, effizient, pünktlich
Bei aller Schwärmerei - ein italienischer Kommentator machte eine ganz nüchterne Rechnung auf: 3,4 Milliarden Euro hätten die Winterspiele dem Staat, der Region und der Stadt Turin alles in allem gekostet. Die Einnahmen der 900.000 verkauften Tickets beliefen sich dagegen auf lediglich 69 Millionen Euro, 974 Millionen Euro seien zudem durch Fernsehübertragungs-Rechte und Sponsoren eingenommen worden. Allerdings habe die Olympia-Region zudem 1,5 Millionen Touristen „verbucht“. Außerdem würden ihr jetzt die Wettkampfstätten, die Olympischen Dörfer als „Erbe“ zufallen.
Der Bürgermeister von Turin, Sergio Chiamparino, hat schon klare Vorstellungen: Ein Teil des Olympischen Dorfes soll verkauft werden - zum Decken der Schulden. Mehrere Sportstätten werden umfunktioniert: Dort sollen Messen, Konzerte und Kunstausstellungen stattfinden. Schließlich will Turin weiter Touristen anziehen - und weiter im Rampenlicht stehen.