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Vatikan Papstwahl beginnt am 18. April

 ·  Die Wahl des neuen Papstes beginnt in 12 Tagen. Das kündigte Vatikansprecher Joaquín Navarro-Valls nach einer Sitzung der Kardinäle in Rom an. Zugleich sagte er, der Papst habe ein Testament in polnischer Sprache hinterlassen, das morgen veröffentlicht werde.

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Die Wahl des neuen Papstes beginnt am 18. April. Dann sollen die 117 Kardinäle aus der ganzen Welt in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan zusammenkommen, um streng abgeschirmt von der Außenwelt einen Nachfolger für Johannes Paul II. zu bestimmen.

Zugleich gab Vatikansprecher Joaquín Navarro-Valls am Mittwoch in Rom bekannt, dass ein Testament in polnischer Sprache vorliegt. Es umfasse 15 Seiten und werde an diesem Donnerstag veröffentlicht. Zum Inhalt sagte er nichts. Es hieß lediglich, Teile des Testaments habe der Papst bereits 1979, wenige Monate nach seinem Amtsantritt geschrieben.

Eines der Dokumente, die der Papst in seinem Testament hinterlassen hat, müßte die Identität eines noch unbekannten Kardinals preisgeben, den Johannes Paul 2003 „in pectore“ (im Herzen) ernannte, ohne seinen Namen zu nennen. Von dieser Möglichkeit haben die Päpste immer dann Gebrauch gemacht, wenn sie einen Kardinal in einem Land beriefen, in dem die katholische Kirche unterdrückt wird.

Johannes Paul II. : Papstwahl beginnt am 18. April

Stunde der Demokratie

Die Wahl eines Papstes ist die Stunde der Demokratie in der katholischen Kirche: Alle wahlberechtigten Kardinäle unter 80 Jahren sollen zu der Wahlversammlung (Konklave) zusammenkommen. Die Wahl, deren Ritual genau geregelt ist, wird vom deutschen Kurienkardinal Joseph Ratzinger geleitet. Wie lange sie dauert, ist unklar. (Siehe auch: Papst-Wahl: Jeder Pontifex schuf neue Regeln )

Der brasilianische Kardinal Geraldo Majella Agnelo äußerte die Erwartung, daß die Wahl nicht lange dauern werde, da die 117 wahlberechtigten Kardinäle schon Zeit gehabt hätten, sich Gedanken zu machen. Auf die Frage, ob er sich selbst zu den Kandidaten zähle, sagte der Erzbischof von Sao Salvador da Bahía im italienischen Rundfunk: „Meine Schultern sind dafür zu schmal.“

Größte Pilgerbewegung in der Kirchengeschichte

Unterdessen hat sich nach dem Tod von Johannes Paul derzeit die wohl größte Pilgerbewegung in der Kirchengeschichte nach Rom gebildet. Allein aus Polen werden bis zur Trauerfeier am Freitag zwei Millionen Menschen erwartet, um im Petersdom Abschied vom Papst zu nehmen. Wie die Stadtverwaltung von Rom mitteilte, ziehen stündlich bis zu 18.000 Gläubige an dem toten Kirchenoberhaupt vorbei.

Den Angaben zufolge würden etwa 300 Pilger pro Minute eingelassen, hieß es. Vor dem Petersplatz hat sich eine kilometerlange Schlange gebildet, Hunderttausende warten teilweise stundenlang, um Johannes Paul II. die letzte Ehre zu erweisen. Der Leichnam bleibt bis in die Nacht zum Donnerstag auf dem Katafalk vor dem Hauptaltar aufgebahrt.

Rauch und Glockenläuten

In den kommenden Tagen werden in Rom bis zu vier Millionen Gläubige und Schaulustige erwartet. Für die Beerdigung, die am Freitag um 10 Uhr unter Leitung des deutschen Kardinals Joseph Ratzinger beginnt, haben sich zahllose Staatsoberhäupter und Würdenträger aus aller Welt angekündigt. Johannes Paul wird in den vatikanischen Grotten unter dem Hauptaltar des Petersdoms seine letzte Ruhestätte finden.

Das Kardinalskollegium hatte sich schon am Direnstag darauf verständigt, die Rituale der Papstwahl zu ergänzen. Sobald ein neuer Papst gewählt ist, wird dies wie bisher durch weißen Rauch und und nun zusätzlich auch durch das Läuten der Glocken bekannt gegeben, wie der päpstliche Zeremonienmeister Erzbischof Piero Marini mitteilte.

In der Vergangenheit waren mehrfach Zweifel aufgekommen, ob der nach einem Wahlgang aufgestiegene Rauch weiß oder schwarz war. Mit der Glocke soll nun Klarheit geschaffen werden. „Auf diese Weise werden es sogar die Journalisten wissen“, sagte Marini. Wenn bei einem Wahlgang der Purpurträger in der Sixtinischen Kapelle noch nicht die erforderliche Mehrheit erreicht wird, werden die Stimmzettel mit der Beimischung von Pech verbrannt: Dann steigt schwarzer Rauch aus dem Kamin auf. Erst bei einer Einigung wird das Pech weggelassen und der Rauch ist weiß.

Rund 200 Persönlichkeiten aus aller Welt werden zur Beerdigung des Papstes erwartet. Als erster amerikanischer Präsident in der Geschichte sagte George W. Bush seine Teilnahme zu. Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan, der britische Premierminister Tony Blair und Frankreichs Präsident Jacques Chirac sagten ihr Kommen zu. Deutschland wird unter anderem durch Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer vertreten sein. Aus der polnischen Heimat des Papstes werden Präsident Aleksander Kwasniewski und der Gründer der Bewegung Solidarität, Lech Walesa, erwartet. Auch der britische Prinz Charles, der wegen der Beisetzung des Papstes seine Hochzeit mit Camilla Parker Bowles verschob, will anreisen.

Zum Schutz der Trauergäste werden die Sicherheitsvorkehrungen drastisch verschärft. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums sind 10.000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Schon jetzt fährt die Polizei verstärkt Streife.

Polen enttäuscht über Beisetzung in Rom

Die Entscheidung des Kardinalskollegiums, den Papst im Petersdom beizusetzen, enttäuschte die Hoffnung vieler Polen, Karol Wojtyla könnte entgegen der Tradition in seinem Heimatland bestattet werden. Dort möchten zahlreiche Katholiken, daß zumindest das Herz des Verstorbenen nach Krakau zurückkehrt, wo er einst Erzbischof war.

Darauf angesprochen, sagte Vatikansprecher Navarro-Valls, er übermittle nur die Entscheidungen des Kardinalskollegiums. In den Händen dieses Gremiums liegt bis zur Wahl des neuen Papstes die Leitung der katholischen Kirche. Das Regelwerk „Universi Dominici Gregis“ aus dem Jahr 1996 legt fest, daß ein Papst frühestens am vierten und spätestens am sechsten Tag nach seinem Tod beigesetzt wird.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP, dpa, Reuters
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