Home
http://www.faz.net/-g8z-vy14
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Dienstag, 14. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET

Wetten auf den Nobelpreis Wo bleibt Handke?

11.10.2007 ·  Wenn an diesem Donnerstag um 13 Uhr der Nobelpreisträger für Literatur bekanntgegeben wird, geht es um sehr viel mehr als das Preisgeld von einer Million Euro. Denn weltweit laufen Wetten. Ein Blick auf die Favoriten der Buchmacher.

Von Hubert Spiegel
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (3)

Wenn an diesem Donnerstag um 13 Uhr in Stockholm der Nobelpreisträger für Literatur bekanntgegeben wird, geht es um Ruhm und sehr viel Geld. Der Preis ist mit einer Million Euro dotiert, aber es sind sehr viel höhere Summen im Spiel. Denn die Entscheidung der Schwedischen Akademie ist ebenso Gegenstand weltweiter Wetten wie der Ausgang der Londoner Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr oder das in wenigen Minuten beginnende Windhundrennen in Coventry, wo Fijia Wilma als Favorit vor Blackhouse Jack und Dixie Kid an den Start geht.

Man darf die Spürnasen der Zocker auf keinen Fall unterschätzen: Im letzten Jahr hatte Ladbrokes, einer der größten Buchmacher der Welt, den späteren Preisträger Orhan Pamuk als Favoriten notiert. Jetzt, nur vierundzwanzig Stunden vor der Bekanntgabe, wird die Favoritenliste angeführt von – aber in dieser Sekunde hat das Rennen in Coventry begonnen, die Distanz beträgt 480 Meter.

Ehrenhaft im Mittelfeld

Das Feld hinter dem Favoriten ist kurz nach dem Start noch sehr dicht, Haruki Murakami, Amos Oz und überraschenderweise auch Claudio Magris und Les Murray sind ihm auf den Fersen. Eine Quote von neun zu eins gilt immerhin noch für Joyce Carol Oates und Tomas Tranströmer. Jetzt legt Blackhouse Jack am Ende der Gegengeraden in Coventry einen furiosen Zwischenspurt ein, während Thomas Pynchon und Yves Bonnefoy mit zehn zu eins ehrenhaft, aber ohne größere Gewinnaussichten das Mittelfeld anführen.

Blackhouse Jack holt auf. Don De Lillo (25 zu eins), Alice Munro und Harry Mulisch (beide vierzig zu eins) haben sichtlich mit Problemen zu kämpfen. Dixie Kid greift noch einmal an, auf der Außenbahn hält Blackhouse Jack dagegen. Wo bleibt Behle? Und wer ist eigentlich Eric Elmsatr (vierzig zu eins)? Jetzt müsste Behle kommen. Abgeschlagen sind bei einer Quote von hundert zu eins Yehoshua, Zagajewski, Doctorow, Auster, Banville, Barnes und Rushdie. Eeva Kilpi und F. Sionil Jose können selbst in dieser fußlahmen Schlussgruppe kaum mithalten.

Kurzatmig, storchenbeinig, aber mit ungeheurer Würde beschließt Bob Dylan bei einer Quote von hundertfünfzig zu eins das Feld. Ein großer Sportsmann. Immer noch nichts von Behle. Midway Houdini schiebt sich auf den letzten Metern noch einmal an die Spitzengruppe heran, aber nein, nichts mehr zu machen, das Rennen ist aus. Blackhouse Jack gewinnt in Coventry, mit der erbärmlichen Quote von zwei zu eins. Wir geben zurück ins Funkhaus nach Stockholm. Die Quote für Philip Roth beträgt sieben zu zwei.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen