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„Nonbooks“ auf der Buchmesse Leselust durch Liebespillen

13.10.2007 ·  Koschere Weine und Tinte, die duftet: Alles das, was weder Satz noch Wort hat, aber dennoch „buchnah“ ist, wird als „Nonbook“ bezeichnet - als „Nichtbuch“. Der Umsatz mit ihnen ist erfolgreich.

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Die Frankfurter Buchmesse hat auch für das Raum, was nicht Buch ist und vom Buchhandel trotzdem verkauft wird. Schon seit längerem zeigt die größte Bücherschau der Welt nicht nur Bücher, sondern präsentiert geistige Inhalte in allen möglichen Formen, vom Taschenbuch über die Compact Disc bis zur DVD. Im vergangenen Jahr kam ein Stand für „Nonbooks“ hinzu. Der Ausdruck bezeichnet Buch-Zusatzprodukte wie Notizblöcke, Fotoalben und Kühlschrankmagnete, alles das also, was weder Satz noch Wort hat, aber nach Meinung seiner Hersteller dennoch „buchnah“ oder „buchhandelstauglich“ ist.

„Nehmen sie Ihre ,Nonbooks‘ ernst, sie sind keine Produkte zweiter Klasse!“, lautet der Rat, den Marketingexpertin Angelika Niestrath Buchhändlern gibt. Auf der diesjährigen Buchmesse hat sie das „Nonbook“-Areal organisiert, in dem 46 Aussteller zeigen, was man Buchkäufern abgesehen von Büchern sonst noch verkaufen kann. Von denen, die wissen, wie man mit Büchern Umsatz macht, wird der „Nonbook 4.0“-Stand im Erdgeschoss der Messehalle 4 gerne angesteuert. Denn „Nonbooks“ sind erfolgreich.

Busstation als Bücherregal

Die Fläche des Messe-Marktplatzes für Papeterie, Geschenke und Accessoires hat sich daher im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Für Niestrath ist das Verkaufen solcher Artikel ein Geschäft mit „ideenreichen Produkten“. Buchhändler verschafften dem eigenen Laden mit ihrer Hilfe Profil, machten Profit und versähen ihre Waren mit Poesie : „,Nonbooks‘ bringen Bücher zum Leuchten.“ Da kann der Liebesroman dann, wie bei einem der „Nonbook 4.0“-Aussteller zu sehen, gerne im Verein mit „Liebeskummerpillen“ angeboten werden.

Sie suche nach Artikeln, die es nicht bei Aldi gibt, sagt Cornelia Marel. Außer Büchern verkauft sie in ihrem Friedberger Antiquariat auch koschere Weine und Tinte, die duftet. Solange es zwischen den Büchern ästhetisch wirke, sei das völlig legitim, sagt ihr Mann Karel. „Warum sollte man die Erstausgabe von Thomas Mann nicht mit einer lustigen Buchstütze kombinieren?“ Dass Buch und Nichtbuch sich gegenseitig ergänzen, meint auch Ingrid Asam. Sie hat eine Buchhandlung in Landsberg und schwärmt von der „Buchhaltestelle“, einem „Nonbook“, das sie gerade erspäht hat und das man anders als die meisten anderen Artikel nicht einfach als Geschenk verpacken kann.

Ein großes Bücherregal in Form einer Busstation – ein „optimaler Blickfang, um Bücher zu präsentieren“. Drollig, aber dienlich. Ein paar Meter von der „Haltestelle“ entfernt gibt es eine Art Lesegerüst, in das man ein Buch hängen kann, ideal für den Sommer am Strand. Beim Motto haben die PR-Agenten ganze Arbeit geleistet. Es klingt flott, frech und animiert vielleicht auch die Unlustigen zum Lesen: „Easy Reading“ – „Leichte Lektüre“. Den „Nonbooks“ sei Dank.

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