10.04.2007 · Natürliche Uranvorkommen enthalten etwa 0,7 Prozent des spaltbaren Isotops Uran-235. Für die militärische Nutzung muss dieser Wert auf 80 Prozent erhöht werden. Das Verfahren, das auch in Iran verwendet wird, ist denkbar einfach.
Natürliche Uranvorkommen enthalten rund 99,3 Prozent des nicht spaltbaren Isotops Uran-238 und etwa 0,7 Prozent des spaltbaren Isotops Uran-235. Für die Nutzung in einem Leichtwasserreaktor - einen solchen baut Iran in Buschehr - muss das Uran-235 auf ungefähr drei Prozent, für den Bau einer Atombombe im Allgemeinen auf mehr als rund 80 Prozent angereichert werden.
Eines der dafür genutzten Verfahren, dessen man sich auch in Iran bedient, ist die sogenannte Gaszentrifugen-Anreicherung; sie findet dort in einer Anlage in der Stadt Natans statt. Das Prinzip, auf dem die Anreicherung beruht, ist ganz einfach: Man leitet gasförmiges Uranhexafluorid (in Iran in einer eigenen Fabrik in Isfahan produziert) auf der Basis von Natururan in einen Rotor - also in eine Zentrifuge, die sich mit großer Geschwindigkeit dreht.
Eine Vielzahl von Zentrifugen werden benötigt
Dabei werden die Uranhexafluorid-Moleküle, in denen das schwerere Isotop Uran-238 steckt, stärker nach außen gepresst als die Moleküle mit dem leichteren Uran-235. Auf diese Weise lässt sich das mit dem Isotop 235 angereicherte Uran physisch von dem abgereicherten Uran trennen. Man kann die Effektivität des Verfahrens, in senkrechtem Rotor beispielsweise durch Ausnutzung eines Temperaturgefälles entlang der Rotationsachse, noch erhöhen.
Aber selbst dann lässt sich der Gehalt an Uran-235 mit dem unter anderem werkstofftechnisch begrenzten Verfahren jeweils nur um geringe Mengen steigern. In großtechnischem Maßstab schaltet man deshalb eine Vielzahl von Gaszentrifugen hintereinander, die die erforderliche Anreicherung dann gleichsam Schritt für Schritt erledigen. In Iran hat man offenbar dieses Stadium erreicht.