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Die Geheimnisse der Eröffnungsfeier Eine Parabel auf Chinas Aufstieg

08.08.2008 ·  China will der Welt bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele „die Essenz seiner Kultur und seine Vision demonstrieren“. 90.000 Zuschauer werden im „Vogelnest“ die Zeremonie erleben, Milliarden weltweit an den Fernsehschirmen. Wer das olympische Feuer entzünden wird? Staatsgeheimnis!

Von Philipp Eppelsheim
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China heißt die Welt zu den Olympischen Spielen willkommen: 90.000 Zuschauer und mehr als achtzig Staatsoberhäupter und Regierungschefs werden an diesem Freitag im „Vogelnest“ genannten Olympiastadion die Eröffnungszeremonie erleben. Und Milliarden Menschen werden die Bilder der Feier vor ihren Fernsehgeräten verfolgen. Die Feier soll mehrere tausend Jahre chinesischer Kultur darstellen. China will mit ihr seinen Platz in der Welt definieren, seinen Fortschritt und seine Offenheit zeigen. „Eine Welt, ein Traum“, lautet das Motto. Staatsmedien ließen verlauten, dass die Feier „die Essenz der reichen Kultur Chinas, sein Konzept und seine Vision der Welt demonstrieren“ solle.

Der Mann, der alle Fäden bei der Eröffnungsfeier in der Hand hält, ist der chinesische Starregisseur Zhang Yimou, der für seine bildgewaltigen Filme bekannt ist. Seit Monaten probt Zhang Yimou für die Eröffnung, an der er seit drei Jahren gearbeitet hat. Seine Vorlage soll eine altchinesische Fabel über die „Rückkehr des Phönix in sein Nest“ sein. Eine Parabel auf Chinas Aufstieg.

30.000 Komparsen und Statisten

Die Details des „inoffiziellen Teils“ der Eröffnungsfeier, in dem sich das Gastgeberland präsentiert, wurden bis zur letzten Minute als streng geheim klassifiziert. Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen sind dennoch Einzelheiten der Zeremonie bekannt. Teilnehmer der Proben berichteten - obwohl Strafen drohen - von ihren Erlebnissen, und einem südkoreanischen Kameramann gelang es, eine Kostümprobe im Olympiastadion zu filmen. Seine Aufnahmen zeigen, wie eine gigantische Schriftrolle entrollt wird. Hunderte Darsteller führen Kung-Fu vor, tanzen, trommeln. In der Mitte des Stadions steht eine große blaugrüne Erdkugel, mit blauem Licht werden Wale an das Tribünendach projiziert.

Mädchen in weißen Minikleidern sollen die Moderne repräsentieren. Für Hongkong kommen Frauen in rosa Seidenkleidern. Nordchinesische Provinzen entsenden Phantasiegestalten aus der chinesischen Sagenwelt. Taiwan schickt Tänzer mit buntem Kopfschmuck und Dolchen. Insgesamt tragen rund 30.000 Komparsen und Statisten zu der Eröffnungsfeier bei. Von der „größten Party der Welt“ spricht Cai Guoqiang. Er wird mit 29.000 Feuerwerkskörpern das gewaltigste Kunstwerk, das er jemals erschaffen hat, erstrahlen lassen: die fünf olympischen Ringe, 2008 lachende Gesichter, Illuminationen von Drachen. Bei allem Prunk und aller Unbeschwertheit wird die olympische Feier aber auch einen Moment der Trauer beinhalten. Es wird der Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Provinz Sichuan gedacht werden.

Finnland schickt einen „Elch“ voran

Der „offizielle Teil“ der Eröffnungsfeier folgt in seinem Ablauf der olympischen Charta. Er beginnt mit dem Einmarsch der Athleten. Die Mannschaften werden von den Fahnenträgern angeführt. Für Deutschland ist es Dirk Nowitzki, das Gastgeberland repräsentiert sein NBA-Kollege Yao Ming. Finnland schickt sogar einen „Elch“ voran: Denn „Elch“ ist die Übersetzung des Nachnamens von Pistolenschütze Juha Hirvi. Ein ganz besonderer Tag dürfte es aber vor allem für Fahnenträger Roger Federer sein. Denn der Schweizer feiert zudem seinen 27. Geburtstag.

Die britische Sopranistin Sarah Brightman und das chinesische Pop-Idol Liu Huan werden die Hymne der Spiele singen, und am Ende der Eröffnungsfeier wird die olympische Fackel in das Stadion getragen. Wer der letzte Fackelträger ist und schließlich das olympische Feuer entzünden wird - Staatsgeheimnis.

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