18.07.2008 · Das Internationale Olympische Komitee habe in China eine freiheitlichere Gesetzgebung angeregt, sagt IOC-Präsident Jacques Rogge. Als Beispiel nannte er neue Gesetze zu Kinderarbeit, Pressefreiheit und Umweltschutz. „Wir dürfen China nicht bloßstellen“, mahnt Rogge.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat in China nach Ansicht seines Präsidenten Jacques Rogge im Hinblick auf die Olympischen Spiele eine freiheitlichere Gesetzgebung angeregt. Die „stille Diplomatie“ des IOC habe zu drei neuen Gesetzen in den Bereichen Kinderarbeit, Pressefreiheit und Umwelt geführt, sagte Rogge der Nachrichtenagentur AFP.
„Wäre ich auf die Barrikaden gestiegen und hätte China zurechtgewiesen, hätte ich schnellen Zuspruch bekommen. Das hätte aber nichts gebracht.“ Die neuen Gesetze seien „nicht perfekt, aber ein bemerkenswerter Schritt nach vorn für China“. Erstmals dürften Journalisten in China während der Olympischen Spiele frei arbeiten, sagte Rogge.
„Wir dürfen China nicht bloßstellen“
Auch im Internet gebe es keine Zensur. Rogge führte auch Fortschritte beim Thema Kinderarbeit auf die Arbeit des IOC zurück. „Wir haben Verstöße in den Fabriken bemerkt, die Maskottchen und anderes Material für die Olympischen Spiele produzieren“, sagte er. Daraufhin habe China die Verantwortlichen festgenommen und ein neues Gesetz erlassen. Schließlich habe das IOC auch bei der Umweltgesetzgebung erfolgreich auf Verbesserungen hingewirkt.
Die Luftqualität in Peking gehört laut Studien internationaler Organisationen zu den schlechtesten der Welt. Für die Zeit der Spiele will Peking weitreichende Fahrverbote erlassen und die Produktion in Fabriken aussetzen.
Die Spiele in Peking dauern vom 8. bis zum 24. August. „Wir dürfen China nicht bloßstellen“, verteidigte Rogge seine Haltung. „Wir werden sehen, wie es läuft. Sollten die Dinge nicht perfekt sein, werden wir alles versuchen, um die Chinesen zur Besserung zu überreden.“