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Enttäuschung im Straßenrennen „Der Haussegen hängt schief“

10.08.2008 ·  Die deutschen Radfahrer mussten im Dauerregen die nächste Enttäuschung hinnehmen. Nach den Männern konnten auch Trixi Worrack und Judith Arndt an diesem Sonntag nicht ins Rennen um den Olympiasieg eingreifen.

Von Cai Tore Philippsen, Juyongguan
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Die deutschen Radfahrer mussten an der Chinesischen Mauer die nächste Enttäuschung hinnehmen. Einen Tag nach dem Debakel der Männer konnten auch die Frauen nicht in den olympischen Medaillenkampf eingreifen. „Wir wollten hier um den Sieg mitfahren“, sagte Judith Arndt enttäuscht. In Athen hatte sie noch Silber gewinnen können, in Peking wurde sie im Hauptfeld 41.

Beste Deutsche an diesem Sonntag war Trixi Worrack auf Platz 20 vor Hanka Kupfernagel (39.). Olympiasiegerin im Dauerregen an der Chinesischen Mauer wurde nach 126 Kilometern die Britin Nicole Coole (3:32:24 Stunden) vor der Schwedin Emma Johansson und der Italienerin Tatjana Guderzo.

Manche Straße verwandelte sich in einen Bach

Bei den Männern war es die Hitze, bei den Frauen der strömende Regen. Die Straßenradrennen standen unter keinem guten Stern. Mit 24 Grad war es beim Start der Frauen in Peking zwar deutlich kühler als am Tag zuvor, aber 97 Prozent Luftfeuchtigkeit bremsten das Rennen in der Ebene.

Schnell in die Berge wollte an diesem Sonntag niemand, denn während sich der Regen am Morgen aus Peking verzogen hatte, schüttete es an der Chinesischen Mauer ununterbrochen. Manche Straße verwandelte sich in einen Bach. Bei den vielen Stürzen auf der schmierigen Straße verletzte sich glücklicherweise keine Fahrerin ernsthaft.

Judith Arndt: „Trixi und ich wollten uns schonen“

So fuhr das Feld die ersten 78 Kilometer geschlossen an Pekings Sehenswürdigkeiten vorbei zum 23,8 Kilometer langen Rundkurs in den Bergen, den die Frauen zweimal durchfahren mussten. An den ersten Steigungen gab es die ersten Ausreißerinnen, doch zu Beginn der zweiten Runde war das Feld wieder geschlossen. „Trixi und ich wollten uns schonen“, erläuterte Judith Arndt die Taktik.

Auf der Schlussrunde folgte eine Attacke nach der anderen. Beim entscheidenden Angriff einer Fünfergruppe, in der auch die späteren Medaillengewinnerinnen waren, rutsche Trixi Worrack die Kette vom Blatt. „Ich habe noch versucht, dass Loch für Trixi wieder zuzufahren, aber wir sind nicht mehr herangekommen“, schilderte Arndt die entscheidende Szene.

Instinktiv hätte sie entschieden, dass sie sich an diesem unwirtlichen Tag für Trixi Worrack einsetzten würde. Die eigentliche Helferin Hanka Kupfernagel sei „schnell weg“ gewesen, kritisierte Arndt. „Deswegen hatte ich viel Arbeit.“ Und als Hanka Kupfernagel von der Plazierung Trixi Worracks hörte, wusste sie, „jetzt hängt der Haussegen schief“. Auf das Wetter wollte Judith Arndt den Misserfolg nicht schieben. „Wir sind eine Freiluftsportart“, sagte die 32-Jährige.

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Jahrgang 1970, Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET.

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