17.08.2008 · Ganz dicht, sagt der olympische Chefmediziner Ljungquist, sei man den Betrügern auf den Fersen. Ist noch ganz dicht, wer so etwas in die Doping-Welt setzt, oder hat der alte Schwede recht?
Von Michael EderGanz dicht, sagt der olympische Chefmediziner Ljungquist, sei man den Betrügern auf den Fersen. Ist noch ganz dicht, wer so etwas in die Doping-Welt setzt, oder hat der alte Schwede recht? Wäre ja ein schönes Bild, beim Hundertmeterlauf zum Beispiel: Die Supermänner rennen wie der Blitz - und knapp dahinter jagen die Doping-Fahnder und schauen nach dem Rechten.
Oder im Schwimmbecken: In der 100-Meter-Freistil-Monsterwertung schießt der Franzose Bernard voraus, als hätten sie ihm daheim in Antibes einen Außenbordmotor angeschraubt, und dahinter paddeln die Aufsichtskräfte und stellen fest: Alles in Ordnung, der Mann wirkt vielleicht etwas aufgeblasen, aber wie so oft trügt der Schein. Mit gesunder Ernährung und durchdachter Ertüchtigung, so die Botschaft, kann man eben nicht nur im Body-Building-Studio glänzen, sondern auch im Schwimmen.
Geht kaum Werbung drauf, kaum Doping rein
Oder im Gewichtheben, wo man nie so genau weiß, stemmen da nun gerade Männer oder Frauen. Kraftprotze, wohin man schaut, aber das ist nicht alles, denn man kann ja, ganz ohne Zwang und Drogen, auch das Gegenteil erzeugen, winzige Mädchen zum Beispiel für die turnerische Disziplin des Frauenverbiegens. Aber gegen einen wie Bernard machen die kleinen Mädchen natürlich nicht viel her, ihre Außenfläche ist so klein, dass kaum Werbung draufgeht, und ihr Innenleben so winzig, dass kaum Doping reinpasst.
Insgesamt verwundert es deshalb nicht, dass Ljungquist und Kollegen zur Hälfte dieser sauberen Spiele erst vier Doping-Sünder überführt haben: eine spanische Radlerin, einen koreanischen Schützen, eine griechische Läuferin und - dann doch - eine vietnamesische Turnerin.