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FAZ.NET-Glosse „Unzensiert“ Wunder gibt es immer wieder

22.08.2008 ·  Wie machen die das bloß, haben wir uns oft gefragt in diesen Tagen, eigentlich jeden Morgen. Manche Antworten haben wir erhalten. Und doch würde man bei diesen Olympischen Spielen ziemlich oft sehr gerne mehr wissen.

Von Peter Penders
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Wie machen die das bloß, das haben wir uns oft gefragt in diesen Tagen, und manche Antworten erhalten. Die Gründe für die Erfolge chinesischer Sportler liegen ja auf der Hand. Sie trainieren acht bis zehn Stunden pro Tag, ziehen dafür auch klaglos ans andere Ende des Riesenreichs, wenn halt dort eben gerade das Trainingszentrum liegt, sehen dafür das eigene Kind mal ein Jahr nicht oder bekommen nicht mit, wenn die Eltern zwischenzeitlich sterben.

Bevor man da auf dumme Gedanken kommt, hat „China Daily“ nun auch berichtet, wie wichtig Bildung für die chinesischen Sportler ist, wie sehr die Verbände darauf achten, dass auch der Kopf der Athleten etwas zu tun hat. Und so wimmelt es unter all den Goldmedaillengewinnern von angehenden Ingenieuren, Betriebswirten, Lehrern und sonstigen Akademikern. Sie trainieren also acht bis zehn Stunden täglich und lernen nebenbei, was das Zeug hält.

Was ist da wohl drin in dieser Flasche?

Wie machen die das bloß, haben wir uns oft gefragt in diesen Tagen, eigentlich jeden Morgen. Vor dem Aufzug in unserem Wohnhaus stehen nämlich drei Weihnachtssterne, und dass deren Hochblätter hier im Sommer blühen und bei uns an Weihnachten, das fällt zwar auf, ist aber für den geübten Botaniker kein Kunststück. Nur – der Raum vor unserem Aufzug ist fensterlos, und auch von einer UV-Lampe fehlt jede Spur, dabei empfiehlt das Botaniker-Lexikon doch einen hellen, sonnigen Standort, und wieder haben wir uns gefragt, wie machen sie das bloß?

Das Rätsel wurde täglich noch größer beim Betreten der Wohnung, denn dort steht hinten in der Ecke eine Flamingoblume. Das Gärtner-Handbuch sagt uns, die Anthurie muss vor greller Sonne geschützt werden, und diese Voraussetzung ist perfekt umgesetzt: Der Raum ist fensterlos, und weil wir nur zum Schlafen nach Hause kommen, ist es in diesem Flur den ganzen Tag so stockduster, wie es auf den Pekinger Straßen selbst nachts niemals wird. Unserer Flamingoblume aber, die daheim in Deutschland von Februar bis Mai blüht, macht das alles nichts aus, sie steht kerzengerade mit wunderschön rot gefärbten Hochblättern.

Wie machen die das bloß, haben wir uns oft gefragt in diesen Tagen und gestern morgen das Zimmermädchen beobachtet, wie es liebevoll die Pflanzen mit einer Sprühflasche benetzte. Was ist da wohl drin in dieser Flasche, fragen wir uns daraufhin, und das würde man bei diesen Olympischen Spielen ziemlich oft sehr gerne wissen.

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