15.08.2008 · Herren-Weltmeister Deutschland muss nach dem glücklichen 3:3 gegen Südkorea um den Einzug ins Viertelfinale bangen. Beinahe wäre sogar die erste Niederlage fällig gewesen.
Von Peter Penders, PekingDas olympische Hockeyturnier nimmt für die deutsche Herren-Mannschaft möglicherweise einen ganz anderen Verlauf als geplant. Nach dem zweiten Unentschieden im dritten Spiel wird der Kampf um einen der beiden Halbfinalplätze zu einer ganz engen Angelegenheit. Denn aus dem Versprechen von Torwart Max Weinhold nach dem 1:1 gegen Belgien, nun „eben Korea wegzuhauen“ wurde nichts: Beim 3:3 hatte der Weltmeister aus Deutschland letztlich sogar Glück, dass er einen Punkt rettete.
Dabei schien der Auftakt doch so verheißungsvoll zu werden: Nach kaum 30 Sekunden hatte sich die deutsche Mannschaft schließlich die erste Strafecke erspielt. Christopher Zeller, der Kölner Spezialist für solche Aufgaben, trat an, aber seinen harten Schlenzball lenkte der koreanische Torhüter dank seiner 1,87 Meter Körpergröße mit den Fingern noch über die Torlatte. Die erste Möglichkeit war damit vergeben – und wenig später war auch der Auftakt misslungen.
Wieder Rückstand nach wenigen Minuten
Der Hamburger Sebastian Biederlack hatte einen hohen Schlenzball verpasst und damit seinen Torhüter Max Weinhold, aber nicht Kim Byung Hoon überrascht. Dessen Schuss ins verwaiste Tor konnte Biederlack zwar abwehren, seinen Fehler damit aber nicht wieder gutmachen: Weil er dazu den Körper benutzte, entschied der indische Schiedsrichter Kumar zu Recht auf Siebenmeter. Den hätte Weinhold zwar um ein Haar reaktionsschnell mit dem Schläger abgewehrt, aber die Kugel rollte danach doch noch über die Linie zur koreanischen Führung nach fünf Minuten.
Auch gegen China hatte die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) beim 4:1-Sieg zunächst zurückgelegen, und Bundestrainer Markus Weise hatte nachher betont, deshalb nicht nervös geworden zu sein. Nach dem unglücklichen 1:1 gegen Belgien aber musste seine Mannschaft diesmal unbedingt gewinnen, um nicht vor den beiden abschließenden Gruppenspielen gegen Spanien und Neuseeland nicht in arge Nöte zu kommen.
Beinahe Niederlage in letzter Minute
Lange warten musste Weise auf den Ausgleich nicht. Der Hamburger Philipp Witte nutzte nach 17 Minuten seine zweite Chance, nachdem Torwart Ko Dong Sik seinen ersten Versuch zwar pariert, dem Uhlenhorster die Kugel aber gleich wieder vor den Schläger gekickt hatte, der diese Einladung dankend annahm. Danach nahm zunächst nicht nur die deutsche Überlegenheit zu, auch die Chancen häuften sich. Carlos Nevado, ein weiterer Uhlenhorster, hatte die Führung nach 19 Minuten auf dem Schläger, als die gesamte koreanische Abwehr inklusive Torwart bei einem Schlenzball die Übersicht verlor, der Hamburger aber die Kugel aus spitzen Winkel am Tor vorbeischob.
Den sichersten Eindruck aber hatte Ko Dong Sik nicht hinterlassen, und das sollte sich nach dem Wechsel schnell bewahrheiten. Gleich beim ersten gefährlichen Angriff düpierte ihn der Krefelder Matthias Witthaus zum 2:1 (41. Minute). Danach begann das muntere Toreschießen, aus deutscher Sicht leider aber auf beiden Sichten. Südkorea glich per Strafecke (46.) zum 2:2 aus, Zeller sorgte gleich wieder für die abermalige Führung (48.), aber Südkorea kam fünf Minuten später durch Kapitän Seo Jong Hu zum 3:3.
In der letzten Minute hätte es für die DHB-Auswahl sogar ganz bitter enden können, als die Asiaten aber zu einer letzten großen Chance kamen, sie aber vertändelten. Mindestens vier Punkte, sicherheitshalber aber besser zwei Siege benötigen die Deutschen nun zum Erreichen des Halbfinale.