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Olympische Winterspiele Silbermedaille für Langläufer Axel Teichmann

28.02.2010 ·  Er ging als Führender auf die Zielgerade - und holte Silber. Axel Teichmann wurde über 50 Kilometer Zweiter. Schneller war der Norweger Petter Northug. Dritter wurde Johan Olsson aus Schweden, Vierter Tobias Angerer.

Von Claus Dieterle, Whistler
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Plötzlich war er da. Und wie. Plötzlich stiefelte Axel Teichmann in seiner hüftsteifen Art am letzten Anstieg wie ein Zugpferd vorneweg. Und der Rest des Feldes hatte Mühe, dem Thüringer zu folgen. Ein Sprintfinale nach fast 50 Kilometern, mit allen Favoriten. Und Teichmann schob auf der langen Zielgeraden im Olympic Park aus der Pole Position, was die müden Schultern noch hergaben.

Aber es gibt einen, gegen den im Endspurt einfach kein Kraut gewachsen ist. Petter Northug, der Norweger mit dem gewaltigen Armzug, fing den Deutschen noch auf den letzten Drücker um 0,3 Sekunden ab. Das war nun wirklich keine Überraschung, weil Alleskönner Northug mit zwei Gold, einer Silber und einer Bronze ohnehin der olympische Branchenführer von Whistler ist.

Die Überraschung war Teichmann, der im Finale weder den Schweden Johan Olsson (Platz drei) noch seinen Teamkollegen Tobias Angerer vorbeiließ, der sich ein wenig grämte, „über den blödesten Platz, den man haben kann.“ Derweil staunte Teichmann im Ziel über sich selbst. „Ich habe doch nie und nimmer mit einer Medaille ausgerechnet im Fünfziger gerechnet.“ Es war erst sein vierter überhaupt. „Und bei einem bin ich ausgestiegen.“

Kilometer 49: „Mensch, ich habe eine Chance

Bundestrainer Jochen Behle hatte ihn sogar zum Start sanft überreden müssen. Und zwischendrin war Teichmann schon mal eine halbe Minute hinter der Spitzengruppe hergerannt. Was leicht zu erklären war. „Ich hatte zwischen Kilometer 30 und 40 eine richtige Saftlatte unter den Füßen“, sagte er hinterher. Zum Glück sind beim „Fünfziger“ drei Skiwechsel erlaubt, „aber diese zehn Kilometer waren richtig hart für mich.“

Aber Teichmann ist ein Spätstarter, der erst hinten heraus richtig aufdrehen kann. Und mit dem neuen Ski am Fuß ging alles viel leichter. Hinzu kam, dass man sich vorne in der Spitzengruppe vorne belauerte, was Teichmann die Gelegenheit gab, die Lücke nach vorne zweieinhalb Kilometer vor dem Ziel zu schließen.

Und dann kam der Moment, in ihm der Gedanke durch den Kopf schoss: „Mensch, ich habe eine Chance.“ Das war bei Kilometer 49. Und dann hieß es nur noch schieben, schieben, schieben. Ein starkes Finale. „Ich bin absolut glücklich über Silber“, sagte Teichmann hinter und diesmal sah man es ihm auch an.

„Ich habe für so was gar keine Klamotten dabei“

Es war die fünfte Langlauf-Medaille für den Deutschen Skiverband und Behle rieb sich zufrieden die Hände. „Das war ein richtig schöner Abschluss.“ Für Teichmann fingen die Probleme allerdings erst an. Die Siegerehrung fand bei der Abschlussfeier in Vancouver statt, und der Thüringer war auf den Gang zum Podium überhaupt nicht vorbereitet.

„Ich habe für so was gar keine Klamotten dabei“, sagte er und gab einem Betreuer per Handy Anweisungen, wo er was finden und was er einpacken solle. Aber was soll's. Teichmann, der mit Olympischen Spielen bislang Krankheiten, Pech und Missgeschicke verbunden hatte, hat in Whistler seinen olympischen Frieden gefunden.

Herren, 50 Kilometer Massenstart (klassisch):

Gold: Petter Northug (Norwegen) 2:05:35,5 Std.
Silber: Axel Teichmann (Bad Lobenstein) + 0,3 Sek.
Bronze: Johan Olsson (Schweden) + 1,0

4. Tobias Angerer (Vachendorf) + 1,5
5. Devon Kershaw (Kanada) + 1,6
6. Andrus Veerpalu (Estland) + 6,1
7. Daniel Richardsson (Schweden) + 9,7
8. Maxim Wylegschanin (Russland) + 10,9
9. Anders Södergren (Schweden) + 11,6
10. Dario Cologna (Schweiz) + 12,0

16. Jens Filbrich (Frankenhain) + 32,3
21. René Sommerfeldt (Oberwiesenthal) + 1:17,0 Min.

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1956, Sportredakteur.

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