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Amelie Kober über Schnee „Ein Powdertag ist das Schönste, was es gibt“

09.02.2010 ·  Kompakt oder matschig, hart oder weich: Snowboardfahrerin Amelie Kober über ihr Element: den Schnee. Teil 5 der Interview-Serie vor den Olympischen Winterspielen von Vancouver.

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Kompakt oder matschig, hart oder weich - Snowboardfahrerin Amelie Kober über ihr Element: den Schnee.

Haben Sie eine Erinnerung an Ihre erste Begegnung mit Schnee?

Nein, nicht direkt. Wenn man in Fischbachau aufwächst, also in einer Region, in der es regelmäßig im Winter schneit, dann hat man keine direkte Erinnerung an den allerersten Eindruck.

Hat die Unterlage, auf der Sie gewöhnlich Ihre Rennen bestreiten, noch viel mit Schnee zu tun? Oder ist das Eislauf mit Snowboard?

Das hat schon noch mit Schnee zu tun. Dass man ausschließlich auf Kunstschnee fährt, das gibt es eigentlich nur in der Skihalle, wo wir ja auch manchmal starten. Normalerweise fahren wir aber auf einer Mischung aus richtigem Schnee und Kunstschnee. Vor der Saison sind die Fragen immer wieder spannend: Was wird das für ein Winter? Wie wird der Schnee? Gibt es genug für unsere Wettkämpfe?

Es gibt guten und schlechten Schnee. Was ist guter Schnee für eine Rennläuferin?

Guter Schnee ist für mich, wenn er kompakt und hart ist. Schlechter Schnee ist weich und matschig. Er gibt zu viel nach, das mag ich nicht.

Gibt es auf verschiedenen Kontinenten verschiedenen Schnee?

Ja, absolut. Der Schnee in Europa unterscheidet sich auf jeden Fall von dem in Nordamerika oder in Asien. In Nordamerika fühlt er sich wesentlich aggressiver an, in Asien auch, wobei er dort noch einmal anders ist, wie alles halt in Asien.

Was meinen Sie mit „aggressiver“?

Wenn wir zum Beispiel in Nordamerika trainieren, haben wir anfangs immer ein paar Probleme, weil wir nicht genau wissen, wie wir unser Material auf den Schnee einstellen sollen. Aggressiver Schnee ist sehr griffig. Zum Beispiel dürfen die Kanten dann nicht zu scharf sein. Wenn sie zu scharf sind, dann fährt man auf aggressivem Schnee die Kurven viel schneller, als man das tun sollte. In Asien ist das in der gleichen Richtung noch extremer. Außerdem ist der Schnee dort von der Konsistenz her ganz anders. Wir hatten dort anfangs auch immer Probleme mit dem Wachs und mit den Strukturen auf unseren Belägen. Mittlerweile haben wir damit genügend Erfahrung, aber anfangs war das in Japan und Korea schwierig einzuschätzen.

Welche Art von Schnee erwarten Sie bei den Olympischen Spielen in Vancouver?

In Cyprus Hill in der Nähe von Vancouver, wo die Snowboardrennen stattfinden, sind die Bedingungen schwierig, weil dort das Wetter sehr schnell wechseln kann. Deshalb werden wir uns auf alle möglichen Bedingungen vorbereiten. Ich werde drei verschieden präparierte, auf verschiedene Schneetemperaturen ausgerichtete Rennboards und ein Trainingsboard dabeihaben, so dass ich auf alle Möglichkeiten vorbereitet sein werde.

Was ist mit dem berühmten trockenen amerikanischen Champagner-Schnee, in Nevada etwa oder in Montana?

Das kommt darauf an, ob er sich mit dem Untergrund verbindet. Liegt er nur auf, ist also reiner Powder, dann ist das für mich als Rennläuferin eine Katastrophe, weil ich harte Unterlagen brauche.

Und abseits der Rennen: Reizt da ein Powdertag, ein Tag mit massenweise Neuschnee?

Wenn man Zeit dafür hat, ist ein Powdertag das Schönste, was es gibt. Aber man hat selten Zeit als Rennläuferin. Ich komme gerade aus der Schweiz nach Hause, und morgen geht es weiter nach Kanada, da ist nichts mit Powdertag. Aber wenn einmal länger Zeit ist, wie zum Beispiel über Weihnachten, dann wird jeder Powdertag genutzt, um auf den Berg zu gehen.

Was ist mit Schnee im Sommer? Mit schmutzigem Weiß auf Gletschern?

Man freut sich im Sommer immer auf die Gletscher, weil man denkt, jetzt geht es wieder los. Ich bevorzuge aber Neuseeland, dort ist, wenn bei uns Sommer ist, richtiger Winter, dort ist dann der Schnee auch weiß.

Sind Sie jemals in Alaska gefahren, in völlig unberührtem Schnee?

Nein, aber das ist mein Traum. Snowboarden, Hundeschlitten fahren, Skidoo fahren, den Schnee dort sehen und die phantastische Landschaft, das möchte ich unbedingt erleben.

Das Gespräch führte Michael Eder.

Quelle: F.A.S.
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