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Paralympics „Überirdisch, gigantisch“ - Viertes Gold für Verena Bentele

18.03.2010 ·  Verena Bentele gewann bei den Winter-Paralympics beim vierten Start die vierte Goldmedaille. Sie siegte im klassischen 5-Kilometer-Langlauf der sehbehinderten Sportlerinnen. Der 20-fache Medaillengewinner Frank Höfle belegte nur Platz sieben.

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Die Paralympics in Vancouver sind endgültig die „Verena-Bentele-Spiele“. Die sehbehinderte Studentin aus München gewann im 5-Kilometer-Langlauf-Rennen beim vierten Start ihr viertes Gold und scheint derzeit unschlagbar. Als sich die 28-Jährige noch durch sämtliche Gratulationen schlug, stimmte die Verbandsspitze bereits ein Loblied auf die bisher überragende Athletin dieser Spiele an.

„Verena läuft derzeit in einer anderen Liga. Und man kann sich nur fragen: Wer soll sie derzeit noch schlagen“, sagte Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). Und Deutschlands Chef de Mission Karl Quade ergänzte: „Verenas Laufleistung ist einfach überirdisch, gigantisch.“

Dagegen war dem deutschen Fahnenträger Frank Höfle (Isny), mit 13 Goldmedaillen im Biathlon und Langlauf der erfolgreichste deutsche Behindertensportler im nordischen Bereich, ein krönender Abschluss seiner Karriere nicht vergönnt. „Ich hätte mir natürlich ein anderes Ende meiner Karriere gewünscht. Aber vielleicht hätte ich auch früher aufhören sollen“, sagte der 42-Jährige nach seinem siebten Platz im 10-Kilometer-Langlauf der Sehbehinderten.

„Normalerweise hätte Platz drei rausspringen müssen“

Gold holte der für Olympia nominierte, dort letztlich aber nicht gestartete Kanadier Brian McKeever. „Das war mein schlechtestes Rennen der letzten Jahren, ja vielleicht sogar meiner Karriere. Ich kann mich jedenfalls an kein schlechteres erinnern“, sagte Höfle, suchte die Schuld aber ausschließlich bei sich.

„Normalerweise hätte Platz drei rausspringen müssen. Ich weiß nicht genau, was der Grund war, aber vielleicht war es mein katastrophaler körperlicher Zustand. Ich war ja fast schon als Touri unterwegs.“ Gott sei Dank, so Höfles einziger positiver Aspekt, „muss ich das Rennen nicht mehr analysieren, denn ich will ja nicht noch einmal starten“.

Für positive Überraschungen sorgt derweil weiterhin Andrea Eskau. Nur neun Monate nach ihrem Karrierestart auf Skiern gewann die 38-Jährige bereits ihre zweite Medaille in Whistler. Einen Tag nach Bronze im 10-Kilometer-Lauf der Biathletinnen holte sie im 5-Kilometer-Langlaufrennen Silber.

„Ich kann gar nicht glauben, dass ich noch eine Medaille habe“

„Es ist unglaublich. Ich kann gar nicht glauben, dass ich noch eine Medaille habe“, sagte Eskau. Da sie 2008 in Peking eine Goldmedaille im Handbike gewann, hat Eskau bei ihrem letzten Start an ihrem 39. Geburtstag am Sonntag noch die Chance, ein kleines Stück deutsche Paralympics-Geschichte zu schreiben. Vor ihr holte nämlich nur Reinhild Möller sowohl bei Sommer- als auch Winterspielen Gold.

Derweil fügte Deutschlands Behindertensportlerin Andrea Rotfuß nach zwei Silbermedaillen in Slalom und Riesenslalom nun Bronze in der Abfahrt zu ihrer Medaillensammlung hinzu. Rang fünf blieb derweil Tino Uhlig aus Baiersbronn über 10 Kilometer in der stehenden Klasse. Der fünfmalige Paralympics-Sieger Thomas Oelsner (Hallenbeck) lief beim Sieg des Japaners Yoshihiro Nitta nur auf Platz 21.

Der sehbehinderte Gerd Gradwohl aus Kempten gewann zudem bei den alpinen Ski-Wettbewerben der Winter-Paralympics Bronze in der Abfahrt. In seiner Spezialdisziplin musste sich der 50-Jährige in Whistler Creekside nur dem Spanier Jon Santacana Maiztegui und Mark Bathum aus den Vereinigten Staaten geschlagen geben. Vor vier Jahren in Turin hatte Gradwohl das Abfahrtsrennen gewonnen.

Quelle: FAZ.NET mit Material vom sid
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