18.03.2010 · Drei Goldmedaillen in kurzer Folge: Die Biathleten Verena Bentele und Willi Brem sowie der Skifahrer Gerd Schönfelder sorgen bei den Paralympics für den bislang erfolgreichsten Tag der deutschen Mannschaft in der Geschichte der Winter-Paralympics.
Von Arne Leyenberg, WhistlerAls die Rennen des Tages vorbei waren, rief der Präsident in der Heimat an - mitten in der Nacht. Die Zeitverschiebung von acht Stunden war Friedhelm Julius Beucher, dem Vorsitzenden des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), egal. Er wollte Klarheit: was bedeuten die sechs gewonnen Medaillen vom Mittwoch, davon drei goldene? „Ich habe nachschauen lassen und kann sagen: das war der mit Abstand erfolgreichste Tag der Winter-Paralympics in der Geschichte des deutschen Behindertensports“, sagte Beucher.
Im Biathlon hatten Willi Brem und Verena Bentele in Whistler Gold gewonnen, die blinde Münchnerin zum dritten Mal bei diesen Paralympischen Spielen. Im Riesenslalom siegte Gerd Schönfelder, Andrea Rothfuss gewann Silber. Andrea Eskau und Josef Giesen komplettierten mit Bronze im Biathlon das einmalige Ergebnis der deutschen Mannschaft.
„Ein wunderschöner Tag“, sagte Präsident Beucher, dessen Verband mit nun 316 gewonnen Medaillen die Führung im ewigen Medaillenspiegel der Paralympischen Winterspiele übernahm. In der Nationenwertung von Vancouver liegen noch immer die Russen vor Deutschland auf dem ersten Rang - diese Reihenfolge wird sich wohl bis zum Abschluss der Spiele an diesem Sonntag nicht ändern.
„Tolle menschliche Erlebnisse“
„Das war ein wunderbarer, erfolgreicher Tag, den ich bei Winterspielen so noch nicht erlebt habe“, sagte auch der deutsche Chef de Mission Karl Quade, der mit der Verteidigung des zweiten Platzes der Nationenwertung von Turin 2006 das Ziel des deutschen Teams erfüllt sähe. Die Medaillen des contergangeschädigten Giesen und des blinden Brem rührten Beucher.
„Das waren tolle menschliche Erlebnisse“, sagte der Präsident des DBS. „Für mich strahlt Bronze wie Gold, das war ein toller Abschluss“, sagte Giesen, der im letzten Rennen seiner Karriere Dritter wurde. Brem, der im Alter von acht Jahren erblindete, sicherte sich den Sieg über 12,5 Kilometer zusammen mit seinem Begleitläufer Florian Grimm. „Für Brem freut es mich besonders. Er steht sonst immer wie selbstverständlich in der zweiten oder dritten Reihe“, sagte Beucher.