05.02.2010 · Die ersten deutschen Athleten sind ins olympische Dorf eingezogen. Die Vorfreude ist groß, die Temperaturen sind frühlingshaft. Die Athleten dürfen sich auf beste Bedingungen freuen - auf die Eishockey-Cracks warten Betten mit Übergröße.
Voller Vorfreude sind am Donnerstag (Ortszeit) die ersten deutschen Athleten ins olympische Dorf von Vancouver eingezogen. „Ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht. Es kribbelt schon“, sagte Jenny Wolf nach dem mehr als neunstündigen Flug. Die Gold-Hoffnung im Eisschnelllauf betonte nach ihrer Ankunft bei frühlingshaften Temperaturen um zwölf Grad Celsius: „Jetzt geht es darum, sich schnell zu akklimatisieren und an die Bedingungen zu gewöhnen.“
In der Lufthansa-Maschine 492 war bereits Olympia-Stimmung aufgekommen. Neben den deutschen Athleten saßen auch Finnen, Russen, Kirgisen, Kasachen und Letten. „Der Flieger war voller Sportler. Das war eine tolle Einstimmung und eine schöne Sache“, sagte Jenny Wolf. Die 500-Meter-Weltrekordlerin sowie ihre Kollegin Daniela Anschütz-Thoms durften es sich sogar in der Business Class bequem machen, weil da noch ein paar Plätze frei waren.
„Jeder hat sein Bett, alles ist bereit“
Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), zog es nach der Ankunft gleich weiter ins Hotel Westin. Dort logieren die Funktionäre des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit Blick auf den Jachthafen, die schneebedeckten Berge und den Stanley Park. Mit den zwölf Eisschnellläufern und sechs Shorttrackern bezogen die ersten von 60 deutschen Athleten die ebenfalls herrlich gelegenen Unterkünfte am Meeresarm False Creek. Am Freitag (Ortszeit) werden die Eiskunstlauf-Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy erwartet.
93 deutsche Olympiateilnehmer wohnen im Dorf im malerischen Cheakamus Valley in Whistler. „Jeder hat sein Bett, alles ist bereit“, sagte Bernhard Schwank, der deutsche Chef de Mission, der auch in dem Ski-Ort nach dem Rechten sah. „Wenn man das Wetter heute sieht mit dem Sonnenschein, dann denke ich, dass sich die Sportler hier wohlfühlen.“ Selbst die Eishockey-Cracks können sich ausstrecken: Es gibt 15 Betten mit Übergröße. „Wir sind in der glücklichen Lage, eine ganze Zahl von Einzelzimmern zu haben“, sagte DOSB-Leistungssportdirektor Ulf Tippelt.
„Freue mich vor allem auf das ganze Drumherum“
Den besten Blick im Dorf in Vancouver mit seinen 2.730 Betten haben sich die Kanadier als Gastgeber gesichert. Die deutsche Mannschaft wohnt etwas weg vom Ufer im orangefarbenen Flügel. Jenny Wolf und Co. haben eine Ledercouch im Wohnzimmer, einen Fernseher, Internetzugang - und jede Menge Freizeitmöglichkeiten außerhalb der eigenen vier Wände: Supermarkt und Souvenirshops, Fitnessstudio, Café und ein Riesenrestaurant mit Spezialitäten aus aller Welt.
„Bei Olympia freue ich mich vor allem auf das ganze Drumherum. Das Leben im olympischen Dorf, Kontakt mit all den anderen Sportlern und besonders auf die Eröffnungsfeier. Egal, was kommt, da bin ich auf jeden Fall dabei“, sagte Jenny Wolfs Teamkollegin Monique Angermüller.
Bereits am Montag waren die Biathleten und Langläufer nach Kanada aufgebrochen. Das Team um den dreifachen Biathlon-Olympiasieger Michael Greis absolviert aber derzeit noch ein Trainingslager auf Vancouver Island, für die Langläufer steht noch der Weltcup in Canmore an.