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Martin Braxenthaler Bei Wind und Wetter zu Gold

17.03.2010 ·  „Wenn ihr es irgendwie schafft, die Zeit zu messen, fahre ich jetzt runter“, kündigte Martin Braxenthaler an: „Die Verhältnisse sind mir egal.“ Den Organisatoren des Riesenslaloms gelang es, seine Zeit zu messen - es war die Beste.

Von Arne Leyenberg, Whistler
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Nach 20 Minuten sah sich Martin Braxenthaler zum Handeln gezwungen. 20 Minuten hatte er am Start von Whistler Creekside auf seinen zweiten Lauf warten müssen - Wind und Regen hatten Werbebanner und Torbogen weggerissen. „Ich wollte los, also habe ich mit der Startrichterin verhandelt“, berichtete der querschnittsgelähmte alpine Skifahrer später, als er längst wieder im Warmen und Trockenen war. „Ich habe ihr gesagt: wenn ihr es irgendwie schafft, die Zeit zu messen, fahre ich jetzt runter. Die Verhältnisse sind mir egal.“ Den Organisatoren des Riesenslaloms gelang es tatsächlich, die Zeit zu messen - es war die Schnellste des Tages.

Der 38 Jahre alte Bayer Braxenthaler gewann am Dienstag nach dem Sieg im Slalom vom Sonntag seine zweite Goldmedaille dieser Paralympischen Winterspiele. „Das war ein unglaublicher Tag“, sagte der Monoskifahrer. Mehrfach habe er damit gerechnet, dass der Wettbewerb wegen des schlechten Wetters abgesagt werden würde. „Es hat nicht geregnet, es hat geschüttet. Nirgendwo anders hätte das Rennen bei diesen Verhältnissen stattfinden können“, sagte Braxenthaler. „Meine Hochachtung für so einen tollen Lauf bei diesen Bedingungen“, sagte der deutsche Chef de Mission Karl Quade.

Noch dreimal geht Braxenthaler in dieser Woche in Whistler an den Start. „Ich werde voll runterhauen. Vielleicht habe ich jetzt den Turbo der zwei Goldmedaillen“, sagte der Surberger.

Nach dem Sieg von Braxenthaler liegt die deutsche paralympische Mannschaft mit vier Gold- und zwei Silbermedaillen im Medaillenspiegel auf dem zweiten Rang hinter Russland.

Höfle fühlt sich nicht „gekauft“, sondern falsch zitiert

Sportlich also fast alles okay, hinter den Kulissen indes entwickelte sich über Nacht Handlungsbedarf im DBS, Frank Höfle, mit 20 Medaillen Deutschlands erfolgreichster Starter bei Winter-Paralympics, distanzierte sich von seiner Kritik an der Förderung des Behindertensports durch Sponsoren. „Ich habe es in dieser Form nicht gesagt und werde größtenteils falsch wiedergegeben, diese negativ wirkende Aussage ist zusammenhangslos“, wehrte sich der 42-Jährige. „Ganz im Gegenteil“ sei er den DBS-Partnern sehr dankbar: „Denn ohne ihre Förderung hätte ich mich nie so intensiv auf die Paralympics vorbereiten können.“

Athletensprecher Höfle war in Medienberichten zitiert worden, er fühle sich „gekauft“, weil er als Mitglied des Top-Teams, das maßgeblich von zwei Groß-Sponsoren finanziert wird, monatlich 1500 Euro bekomme. Das „gekauft“ wies er energisch von sich und betonte vielmehr, „wie elementar wichtig“ diese Förderung sei.

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