Der FC Bayern München ist dafür bekannt, seine Stars von gestern bis heute an sich zu binden. Das passt zum großfamiliären Bild des größten deutschen Klubs, dessen Vitalität auch aus der Bodenständigkeit seines Führungspersonals rührt. Franz Beckenbauer, inzwischen Ehrenpräsident, Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende, und Uli Hoeneß, jahrzehntelang Manager und jetzt Präsident des FC Bayern, bildeten nach Bilderbuchkarrieren in diesem Verein wie in der Nationalmannschaft jahrelang die Münchner Führungstroika.
Vor allem Hoeneß hat dabei wie ein Familienoberhaupt alte Bayern-Größen in neuen Rollen um sich geschart: Gerd Müller, neben Uwe Seeler die deutsche Stürmerikone, ist nach persönlich schwierigen Jahren an die Säbener Straße zurückgekehrt, wo er derzeit als Kotrainer der U-23-Mannschaft an der Fußballbasis des deutschen Rekordmeisters arbeitet. Sein Chef ist der frühere Bayern-Ballkünstler Mehmet Scholl, der in der dritten Liga den Praxistest als Cheftrainer bestehen dürfte.
Hoeneß vom olympischen Geist beseelt
Hans Pflügler, einer der fast vergessenen deutschen Weltmeister des Jahrgangs 1990, leitet die Abteilung Merchandising und Lizenzen. Paul Breitner, einer der bestens bekannten Weltmeister von 1974, ist Chefscout der Bayern. Ihn unterstützt der ehemalige Nationalspieler Wolfgang Dremmler als Abteilungsleiter Spiele- und Spielerbeobachtung. Schließlich Raimond Aumann: Der ehemalige Schlussmann der Bayern und der Nationalelf leitet die Abteilung Fan- und Fanklubbetreuung.
Inzwischen scheint Hoeneß, selbst ein alter Olympionike – 1972 in München –, vom olympischen Geist beseelt. Er möchte die zweimalige Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner ins Münchner Marketingteam holen. Die 23 Jahre alte Wallgauerin fühlt sich „sehr geehrt“ und will mit dem Bayern-Boss, der schon auf ihre Mailbox sprach, bald darüber reden. „Ich bin Bayerin“, hob sie am Samstag im „Aktuellen Sportstudio“ hervor, „und da bin ich ganz solidarisch und sage, ich bin Bayern-Fan.“
Hackl als Zeugwart, Riesch als Vorstandsassistentin
Treffer, Einstellungsvoraussetzung erfüllt. Aber warum sollte es bei Magdalena Neuner bleiben? Da bieten sich auch noch andere bayerische Stars des Wintersports an: etwa der frühere Rodel-Olympiasieger Georg Hackl als Zeugwart, die Langlaufgröße Tobias Angerer als Konditions- oder der Slalomakrobat Felix Neureuther als künftiger Techniktrainer.
Fehlt noch die alpine Doppelolympiasiegerin Maria Riesch, die gewiss eine vorzügliche Vorstandsassistentin abgäbe. Möge also der olympische Geist durch die Flure des Bayern-Domizils wehen. Aber bitte nicht zu heftig, denn Dabeisein ist für die Fußballprofis des Meisterklubs schon lange nicht mehr alles.
Danke auch für diesen Beitrag
Matthias Damm (dammm)
- 08.03.2010, 10:33 Uhr
Ein Kakao nach dem anderen
Olaf Strecker (Olafo)
- 08.03.2010, 12:35 Uhr
