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Chapeau Tanz ums Gold

05.02.2010 ·  79 Prozent der deutschen Teilnahmer an den Winterspielen von Vancouver werden von der Sporthilfe unterstützt. Viele nehmen Entbehrungen und Ausbildungsnachteile in Kauf. Und der Förderer schaut zufrieden auf die Winterstatistik.

Von Evi Simeoni, Vancouver
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Prost! Wohl bekomm’s den 1800 Ballgästen in Wiesbaden an diesem Samstagabend! Der Champagner möge prickeln im eleganten Glase, und die Abendroben der Damen sollen beim Walzer schimmern in allen Medaillenfarben. Sie haben es sich verdient und können feiern – und ganz nebenbei auch einen Blick auf das jüngste Zahlenwerk des Gastgebers, der Stiftung Deutsche Sporthilfe, werfen.

153 deutsche Athleten starten vom nächsten Freitag an bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver. 121 von ihnen werden von der Sporthilfe gefördert, das sind 79 Prozent. Alle außer den Eishockeyprofis haben irgendwann einmal finanzielle Unterstützung von der Sporthilfe erhalten.

Das Geld stammt von der deutschen Wirtschaft und von einzelnen Groß- und Kleinspendern, und auch beim Ball des Sports wird auf reiche Einnahmen gehofft. (Im Flüsterton sei angemerkt, dass fast jeder Ballgast 1000 Euro für seine Eintrittskarte überwiesen hat.) Seien wir trotzdem pingelig: Es gibt auch Sportler, besonders in den Winterdisziplinen, die es sich im deutschen Versorgungssystem zwischen Fördertöpfen und Bundeswehrjobs gemütlich gemacht haben.

Doch viele andere nehmen Entbehrungen und Ausbildungsnachteile in Kauf, um ihren Ehrgeiz und die Begeisterung für die sportliche Grenzerfahrung auszuleben. Alle hoffen, dass die deutschen Athleten dies mit fairen Mitteln tun. Wer beim Doping erwischt wird, muss auch Fördergelder zurückzahlen.

Bis dahin schaut die Sporthilfe zufrieden auf ihre Winterstatistik: Alle elf deutschen Olympiasieger der Winterspiele 2006 in Turin wurden von der Sporthilfe gefördert und 27 der insgesamt 29 Medaillengewinner. Damals musste das Elite-Förderwerk 682.000 Euro an Prämien auszahlen, wohlgemerkt für Erfolge bis Platz acht. Und? Wird es diesmal wieder so kostspielig? Die Ballbesucher jedenfalls scheinen einen Sinn zu haben für teuren Spaß.

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Jahrgang 1958, Sportredakteurin.

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