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Nahost Erbitterte Kämpfe unter den Palästinensern

28.01.2007 ·  Nach den gescheiterten Gesprächen zwischen Fatah und Hamas ist es am Wochenende zu heftigen Kämpfen zwischen den rivalisierenden Bewegungen gekommen. Es sind die schwersten Auseinandersetzungen seit der Regierungsübernahme durch die Hamas vor gut einem Jahr.

Von Jörg Bremer, Ramallah
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In den Palästinensergebieten ist es am Wochenende zu den schwersten Kämpfen zwischen den rivalisierenden Bewegungen Fatah und Hamas seit der Regierungsübernahme durch die Hamas vor gut einem Jahr gekommen. Seit Freitag kamen nach örtlichen Angaben im Gazastreifen 24 Personen um; 50 Personen sollen entführt worden sein. Unterhändler beider Seiten versuchten wieder eine Waffenruhe zu ermöglichen. Am Samstagabend brachen die Vermittlungen aber zunächst ab. Beiden Seiten gelingt es offenbar nicht mehr, ihre Clans zu kontrollieren.

Bei der Explosion einer Bombe wurde am Sonntag das Haus eines Leibwächters von Sicherheitschef Dahlan beschädigt. Dahlan ist ein Gefolgsmann von Präsident Abbas, der die Fatah führt. Er soll Ruhe und Ordnung wiederherstellen, während Abbas von Davos nach Madrid und nach Marokko weiterreisen wird. Dahlan gilt als ein möglicher Nachfolger von Abbas. Mehrmals hat die Hamas schon versucht, Abbas und Dahlan zu töten.

Hamas wolle einen „totalen Sieg“

Fatah und Hamas werfen sich gegenseitig vor, die Schuld an der neuerlichen Eskalation zu tragen. Die Gespräche über eine große Koalition seien kurz vor ihrem Abschluss gewesen, aber die Fatah beuge sich dem amerikanischen Druck und wolle keine Koalition, heißt es bei der Hamas.

Die Fatah wiederum klagt, die Hamas wolle einen „totalen Sieg“, um einen islamistischen Staat zu gründen. Sie sperre sich deshalb gegen einen Kompromiss. Die neue Gewaltwelle ist ein Echo der gescheiterten Gespräche zwischen einer Fatah-Delegation unter Abbas und dem Exil-Chef der Hamas, Meschal, in Damaskus.

„Ich werde nicht ewig warten“

Nach einer in den palästinensischen Gebieten veröffentlichten Umfrage sehen nun 53 Prozent der Bevölkerung die Krise als Bürgerkrieg an. Fast 87 Prozent wähnen Familie und Eigentum in Gefahr. Viele Palästinenser im Gazastreifen wagen sich nicht mehr aus ihren Häusern. Die meisten Geschäfte sind geschlossen.

Abbas hatte der Hamas am Freitag in Davos abermals mit Neuwahlen gedroht: „Ich werde nicht ewig warten, vielmehr werde ich in zwei, drei Wochen die innerpalästinensische Lage daraufhin prüfen, ob es die Chance für eine Regierung gibt, die den internationalen Boykott brechen kann. Wenn nicht, werde ich vorgezogene Wahlen ausrufen.“ Die Gespräche über eine „nationale Koalition“ sind ausgesetzt.

Der jordanische König Abdullah II. versicherte unterdessen Bundeskanzlerin Merkel in Berlin, sein Land unterstütze die Initiative der deutschen EU-Präsidentschaft, mit einem neuen Treffen des sogenannten Nahost-Quartetts (Amerika, Russland, UN und EU) den Friedensprozess voranzubringen. Frau Merkel nannte Jordanien einen „wichtigen Partner in der Region“.

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Jahrgang 1952, politischer Korrespondent für Italien und den Vatikan mit Sitz in Rom.

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